Tag des Offenen Denkmals am 8. September

Die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe lädt ein zum Tag des Offenen Denkmals
am 8. September 2018 ab 19.15 Uhr
auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin Mitte, Chausseestr. 126
Näheres ist dem Veranstaltungsheft zum Denkmaltag in Berlin zu entnehmen.

Licht

Licht ist eine elementare Lebenskraft. Deshalb besitzt es für fast alle Religionen und Weltanschauungen eine hohe symbolische Bedeutung. Licht ist ein Bild für alles Gute: das Leben selbst, die Liebe, die Hoffnung, den Glauben.

James Turrell ist ein Künstler, den man nicht vorschnell auf eine weltanschauliche oder religiöse Lebensposition festlegen kann. Als Licht-Künstler verfolgt er auch naturwissenschaftliche Interessen und autonome ästhetische Ideen. Manchmal hat man den Eindruck, er arbeite mit dem Licht wie ein Bildhauer mit Ton, Stein oder Holz. Und doch lösen seine Licht-Installationen unweigerlich auch religiöse Assoziationen aus.

Dies ist besonders hier der Fall. Diese Kapelle ist ein kirchlicher Raum. Sie liegt mitten auf einem christlichen Friedhof. Man kann diese Turrell-Installation nicht betrachten, ohne die christliche Bedeutung des Lichts mitzubedenken. Das ist durchaus in Turrells Sinne. Denn bei der architektonischen Neugestaltung der Kapelle war es auch ihm wichtig, dass sie weiterhin als christlicher Sakralbau erkennbar ist: durch das Kreuz über dem Eingang und durch das Kreuz an der Vorderseite des Altars.
Das Kreuz gilt heute als das Hauptsymbol des Christentums, was man auch an regelmäßig aufflammenden symbolpolitischen Streitigkeiten sehen kann. Aber das Kreuz ist nicht das einzige und nicht das älteste Symbol des christlichen Glaubens. Mindestens so bedeutsam ist das Licht. Hierzu gibt sich vielfältige Aussagen im Neuen Testament. Die wichtigste findet sich im Johannesevangelium. Hier sagt Jesus Christus von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Wer an Jesus Christus glaubt, hat innerlich Zugang gefunden zum Leben und zur Liebe Gottes. Selbst das Böse und der Tod können ihm diese Verbindung nicht mehr rauben.

Das aber bedeutet für die Gläubigen, dass sie ein neues Leben beginnen. Die Taufe markiert diesen Neuanfang. Deshalb wurde sie in der Tradition mit Lichtmotiven verbunden. Wer an Jesus Christus glaubt und auf seinen Namen getauft wird, wird nun selbst – wie der Brief an die Epheser sagt – ein Licht-Träger: „Früher wart ihr Finsternis, nun aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.“ (Epheser 5,8) Im Licht zu leben, hat auch eine wichtige ethische Bedeutung: Ein Christ soll nichts tun, was das Tageslicht scheuen würde und wofür er sich schämen müsste. Selbst ein Lichtstrahl Gottes zu sein, hat zudem eine überraschende ästhetische Seite: Für den Autor des Epheserbriefs ist der klarste Beweis dafür, dass Menschen wirklich im Namen Jesu Christi zusammengekommen sind, dass sie schöne Musik machen, dass sie „einander in Psalmen und Hymnen ermuntern, geistliche Lieder singen und dem Herrn fröhlich aufspielen“. (Epheser 5,19) So geschieht es übrigens immer noch, wenn in dieser Kapelle Trauergottesdienste gefeiert werden.

Das Leben im Licht umfasst die ganze Existenz eines Christen. Ganz besonders wird dies aber an der Grenze zum Tod zum Thema. Deshalb ist es so passend, dass Turrells Installation ausgerechnet in einer Friedhofskapelle eingerichtet wurde: Jesus Christus ist das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben.

13. Juni 2018
Johann Hinrich Claussen (Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland)

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Verschwundene Gräber wichtiger Schriftstellerinnen

Feierliche Enthüllung von vier Gedenksteinen

Sonntag, 2. September, 16 Uhr

Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof
Kolonnenstraße 24-25
10829 Berlin – Schöneberg

Lesung mit Silke Jensen
Vortrag von Claudia von Gélieu
In Anwesenheit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Ihre Bücher kann man teilweise heute noch kaufen. Einige von Ihnen gehörten zu den erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen der deutschen Literaturgeschichte. Vier Schriftstellerinnen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die alle ihre letzte Ruhe auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof in Schöneberg gefunden haben. Aber, wie bei so vielen anderen Frauen, sind ihre Grabstellen verschwunden.
Auch wenn Leben und Werk dieser Frauen in ihrer Zeit bedeutend waren, gerieten sie in Vergessenheit, vielleicht nur, weil sie eben Frauen waren.

Im Rahmen der Initiative „Die Frauen auf den Kirchhöfen“ möchten die Zwölf-Apostel -Kirchhöfe diese vier Frauen, ihr Werk und ihre Biographien vor dem Vergessen bewahren. Genau an den Orten auf dem Friedhof, an denen sich einst ihre Gräber befanden, werden Gedenksteine gesetzt, die am 2. September 2018 feierlich enthüllt werden.

Anschließend wird Claudia von Gélieu in der Kapelle an die interessanten Biographien dieser Frauen erinnern.

Die Schauspielerin Silke Jensen wird aus den Werken der vier Frauen lesen.

Eintritt frei

zwoelfapostel.kw01.net/event/4287450

In Memoriam
Clementine Helm 1825 – 1896 • Fanny Arndt 1827 – 1906 • Sara Hutzler 1853 -1893 • Dora Duncker 1855 -1906

Ich würde mich freuen, Sie am 2. September auf dem Kirchhof begrüßen zu dürfen.

Für Erfrischungen sorgt, wie immer, unser kleines Buffet.

Mit freundlichen Grüßen
Bertram von Boxberg

Zwölf-Apostel-Kirchhöfe
– Öffentlichkeitsarbeit –
Kolonnenstraße 24-25
10829 Berlin
Tel.: 030 23 90 86 38
Mail: vonboxberg@zwoelf-apostel-berlin.de
www.zwoelf-apostel-berlin.de

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Veranstaltungen Kulturkapellen

Ausstellung „Vier Wände“
02. September – 30. September 2018

Malerei, Druckgrafik, Installation, Zeichnung, Collage

Andy Leuenberger
Julienne Jattitot
Susann Bönisch
Timo Moors
Lea Donner

Es sind vier Wände, die einen Raum bilden. Vier Wände, die uns Schutz geben und Privatspäre schaffen.Privatsphäre hat eine lange Tradition. Schon der Codex Hammurapi, eine babylonische Sammlung von Rechtssprüchen aus dem 18. Jahrhundert vor Christus, kannte den Schutz der eigenen vier Wände vor fremden Zugriffen. Und weil uns diese Privatsphäre besonders heilig ist, reagieren wir äußerst empört, wenn sie persönlich gestört wird. Der Friedhof umgeben von schützenden Mauern bildet einen sich schützenden Raum. Ein Raum der Stille, des Gedenkens der Würde.

Inmitten dieses Ortes steht ein geschütztes Haus – dieses bietet Raum für Positionen der Kunst.
In der Ausstellung „Vier Wände“ begeben wir uns in jene privaten Räume, öffnen diese der Öffentlichkeit um Arbeiten zu zeigen, die unsere Identität, Neigungen, Gefühle, Meinungen, politische Positionen vertreten.Gleichzeitig verzeichnen Produkte wie der smarte Lautsprecher „Home“ von Google oder der „Echo“ von Amazon steigende Verkaufszahlen. Die neuen Technologien werden uns von der Industrie als Komfortgewinn verkauft und freudig angenommen. Doch dahinter steckt eine neue Stufe der Überwachung. Um seine Leistung zu optimieren, zeichnet Googles Assistent unsere Gespräche auf. Jedes Wort landet in Googles Server-farmen, wo es von Algorithmen analysiert wird und mit Stimmanalysen detaillierte Psychogramme erstellt werden können. Und wir wissen es.Unser Verhalten scheint schizophren und gleichzeitig ist es erklärbar. Es fehlt der persönliche Kontakt, der einem das Gefühl gibt, dass die Privatsphäre gestört wird. Wie wäre es denn, wenn da nicht schmucke Designstücke im Wohnzimmer stehen würden, sondern Fremde.

In der Ausstellung „Vier Wände“ wird der Besucher unsichtbar, wie der smarte Lautsprecher, der als technisches Interieur und nicht als Spion wahrgenommen wird. Und so kann er sich durch private Räume bewegen, ohne gesehen zu werden. Kann Gesprächen lauschen, ohne gehört zu werden.

Ort: Verwalterhaus auf dem Alten Friedhof St. Marien-St. Nikolai, Prenzlauer Allee 1, 10405 Berlin
Vernissage am 01. September 19.00 – 22.30 Uhr
Die Ausstellung ist geöffnet Do – So 15 – 19 Uhr
Eintritt frei, Spenden sind willkommen

Kulturkapellen On the road

Friedhofssalon am Halleschen Tor

Von April bis September veranstalten wir wieder zusammen mit der Mendelssohn Gesellschaft und dem Ev. Friedhofsverband Berlin Stadtmitte den Friedhofssalon am Halleschen Tor in Kreuzberg. Die bewährte Kombination von Lesung, Musik und unserer mobilen Friedhofsbar verspricht an jedem letzten Donnerstag im Monat von 16.30 – 18.30 ganz besondere Friedhofsmomente.
Dazu gibt es Führungen und Informationen zu den Gräbern der Familie Mendelssohn und anderer bekannter Persönlichkeiten auf dem Friedhof.
Ort: Friedhof Dreifaltigkeit I, direkt neben der Ausstellungskapelle. Zugang über die Zossener Strasse, das Friedhofstor Baruther Strasse oder den Haupteingang am Mehringdamm.
Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten.

Donnerstag 30. August 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Lesung: Lea Mendelssohn Bartholdy. Es liest: Marlene Weller.
Musik: Diplomatisches Streichquartett, Matthias Hummel – Violine, Felix Klein – Violine, Ernst Herzog – Viola, Petra Kießling – Cello mit Werken von Bach, Fanny Hensel, Felix Mendelssohn- Bartholdy

Herzliche Grüße,

Eure Kulturkapellen

ag friedhofsmuseum berlin e.V.
Prenzlauer Berg 2, 10405 Berlin
mail:info@kulturkapellen.de
www.friedhofsmuseum.de
Fon: +49.30.3034 3450
mobil: +49.172.761 9797

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Newsletter Kulturkapellen

Am Donnerstag den 28. Juni findet am Halleschen Tor Wieder unser monatlicher Friedhofssalon statt. Diesmal liest Thomas Lackmann über Sebastian Henkel, es musizieren Kathrin Altenberg ( Violine), Ernst Herzog ( Viola) und Petra Kießling ( Cello). Dazu wieder Getränke aus unserer mobilen Friedhofsbar und jede Menge Informationen zu den Gräbern rund um die Familie Mendelssohn.

Beginn: 16.30 Uhr
Ort: Friedhof Dreifaltigkeit 1, mehringdamm 21, 10961 Berlin, Eingang über Mehringdamm, Baruther Strasse oder Zossener Strasse

Am Freitag den 29. Juni eröffnet unsere neue Veranstaltung im Verwalterhaus. Unter dem Titel „Do not go gentile into that good night“ stellen Nicole Sauerbrey, Matthias Galvez und Vincent Wenzel Bilder und Skulpturen aus. Die Eröffnung wird musikalisch begleitet von Marken Kunze und Gottfried Röszler, Veit Stiller liest aus der „Rede des toten Christus“ von Jean Paul.

Beginn: 19.Uhr, die Bar schließt um 22.30 Uhr
Ort: Verwalterhaus auf dem alten Marien Nikolaifriedhof, Prenzlauer Allee 1, 10405 Berlin
Öffnungszeiten: 29. Juni – 12. Juli, Do-So 14-18 Uhr

Do not go gently into that good night

Der Titel der Ausstellung ist von der ersten Zeile eines Gedichts von Dylan Thomas entliehen, das dieser seinem sterbenden Vater gewidmet hatte. Auf deutsch heißt das etwa: geh nicht so gemächlich in diese lange Nacht hinüber. Eine Aufforderung an den Sterbenden, sich aufzurichten und mit dem letzten Blick ins Licht zu sehen.
Wir sind nicht mehr ganz jung – haben aber hoffentlich noch sehr viel Leben vor uns. So liegt für uns in dieser Zeile vor allem die Ermahnung, ja Ermutigung, sich nicht bereitwillig und ergeben in ein vermeintlich unabänderliches Schicksal zu fügen. Wir durchleben gerade eine Zeit, die aus der tröstenden Gewissheit heraus, dass der Einzelne Sterbliche in der ganzen Menschheit weiterleben wird, kraftvoll klarer Entschlüsse bedarf. Durch allzuviel Selbstbetrachtung ist dieses Vermögen leider verloren gegangen; der ständige Blick in den Spiegel und auf den eigenen Nabel hat die kommunikativen Fähigkeiten aufgezehrt und zu einer allgemeinen Ich-Bezogenheit geführt, die die Gesellschaft aushöhlt. Wir Menschen werden davon letztlich noch sterblicher, aber ohne den Trost der Hoffnung.
Das ist die Geschichte, die die Ausstellung erzählen will. Nicht als egoistische Forderung und noch viel weniger als lamentierendes Klagelied.
Wir drei berichten, jeder aus seiner Persönlichkeit heraus, mit seinem Humor, seinem Sarkasmus oder gar in augenzwinkernden Grotesken, über die Versuche von Menschen, in das vermeintliche Chaos des Daseins eine ordnende Struktur zu bringen: Gelingen und Scheitern, Fähigkeit und Unvermögen.

Eine Bildhauerin und zwei Maler, die mit ihren Werken (wie der Pfarrer im 18. Jahrhundert) sagen: Gib mir die Gelassenheit, mich in das zu fügen, was ich nicht ändern kann, aber gib mir die Kraft, zu ändern was ich ändern vermag und gib mir die Weisheit, eines vom anderen zu unterscheiden.

ag friedhofsmuseum berlin e.V.
Prenzlauer Berg 2, 10405 Berlin
mail:info@friedhofsmuseum.de
www.friedhofsmuseum.de
Fon: +49.30.3034 3450
mobil: +49.172.761 9797

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Askania Nowa

Eine Reise zu dem vergessenen Naturparadies in der Südukraine

Bilder-Vortrag mit Hanna Slobodyanyuk-Montavon und Bertram von Boxberg

Sonntag 10. Juni 2018 18 Uhr
Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, Kapelle
Kolonnenstraße 25-25
10829 Berlin – Schöneberg

Eintritt Frei

Immer wieder bleiben Besucher*innen des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs
vor dem eindrucksvollen Grab mit den beiden aus Granit gehauenen Steppen-Adlern stehen.
„Hier ruhet in Frieden der grosse Schöpfer von Askania Nowa“. Darüber sein Name:
Friedrich von Falz-Fein 1863-1920. Ein Ehrengrab des Berliner Senats.
Askania Nowa? Was verbirgt sich hinter diesem rätselhaften Namen?

Askania Nowa ist das fast vergessene Naturparadies in der Südukraine , nördlich der Krim.
Mit 333 Quadratkilometern Fläche das UNESCO-Biosphärenreservat etwa so groß wie München.
Exotische Tiere wie Antilopen, Bisons, Zebras oder Strauße leben hier in freier Wildbahn.
Berühmt sind die Przewalski-Pferde, die letzten echten Wildpferde der Welt. Ohne Friedrich
von Falz-Fein wären sie sicherlich ausgestorben.

Genauso spannend wie die Geschichte des Naturparks Askania Nowa ist die Geschichte der Familie Falz-Fein.
1817 war Johann Fein von Heilbronn nach Südrussland ausgewandert. Über Generationen erweiterte
die Familie ihre riesigen Farmen auf denen Schafzucht betrieben wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde
dann der Naturpark Askania Nowa eingerichtet. Mit der russischen Revolution endete alles dramatisch:
die Familie Falz-Fein musste fliehen aber Askania Nowa hat die Zeiten überdauert, ist heute
in großartiges Naturschutzgebiet in der Südukraine. Es ist mit seiner in Europa einmaligen
Steppenvegetation ein Geheimtipp für Naturliebhaber.

Zu der Veranstaltung hat der Botschafter der Ukraine, Andrij Mеlnyk sein Kommen in Aussicht gestellt.
So soll auch die aktuelle politische Situation in der Ukraine angesprochen werden. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, bei einem Glas Wein oder Saft ins Gespräch zu kommen.

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Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
Vorsitzender des Vorstandes: Peter Storck
Geschäftsstelle Ev. Kirchenforum Stadtmitte | Klosterstr. 66 | 10179 Berlin-Mitte
Berliner Bank | BLZ 100 200 00 | Konto Nr. 31 01 957 907