CHRISTIAN BERNHARD RODE

* 25. Juli 1725 in Berlin; † 28. Juni 1797 in Berlin

Zum diesjährigen 289. Geburtstag des Malers und Radierers

Das künstlerische Werk Christian Bernhard Rodes ist enorm vielfältig. Die inhaltlichen Themen seiner Bilder entnahm er dem Alten Testament, der griechischen und römischen Mythologie, der Geschichte des Mittelalters und der neueren deutschen und brandenburgischen Geschichte sowie der alten und neuen Dichtkunst. Umgesetzt hatte Rode diese Themen in Wand- und Deckengemälden, Tafelbildern, Radierungen, Zeichnungen und Buchillustrationen. In Berlin galt Rode als der bekannteste und beliebteste Historienmaler in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gleichzeitig war er vor allem von Kollegen heftig umstritten. Geringes zeichnerisches Talent und eine gewisse „Schnellmalerei“ wurden ihm zum Vorwurf. Dem gegenüber standen inhaltliche Dichte und ein hoher moralischer und erzieherischer Anspruch seiner Kunst.

Künstlerisch ausgebildet wurde Rode ab 1741 bei dem Hofmaler Friedrichs II., Antoine Pesne. Nach Studienaufenthalten in Paris, Rom und Venedig kehrte er Mitte der 1750er Jahre zurück nach Berlin, wo er unter der Regierung Friedrichs II. seine künstlerische Wirkungsstätte fand.
Bereits Anfang der fünfziger Jahre hatte Rode als Autodidakt begonnen, Radierungen anzufertigen. Zu seinen bekanntesten Radierungen gehören die Blätter nach den Masken sterbender Krieger von Andreas Schlüter (1659/60-1714) im Innenhof des Berliner Zeughauses.
In der Berliner Marienkirche befinden sich heute noch immer vier Altarbilder Rodes. „Die Kreuzabnahme“, „Der ungläubige Thomas“, „ Christus auf dem Ölberg“ und „Die Jünger von Emmaus“ entstanden zwischen 1755 und 1762 und lassen deutlich den Einfluss des Niederländers Rembrandt erkennen.
Für das Neue Palais und das Marmorpalais in Potsdam sowie für verschiedene Räume im Berliner Stadtschloss schuf Rode Wand- und Deckenbilder. Im Vergleich zu seinen Altartafeln hielt Rode die Farbtöne seiner Palette in der Deckenmalerei licht und pastell – hier zeigte sich die Prägung seines Lehrers Pesne. Rodes Schlossausgestaltungen sind heute nicht mehr erhalten.
Das zeichnerische Spektrum Bernhard Rodes zeigt sich in Studienblättern, Entwurfszeichnungen für Bildhauerarbeiten und Buchillustrationen. So geht beispielsweise das Flachrelief „Triumph des Friedens“ an der Attika auf der Ostseite des Brandenburger Tores auf einen zeichnerischen Entwurf von Rode zurück. Auch der bauplastische Schmuck am deutschen Dom auf dem Gendarmenmarkt wurde nach Entwürfen Rodes ausgeführt.
Als langjähriges Mitglied der Berliner Akademie der Künste wurde der Maler 1783 als Nachfolger Le Sueurs zum Direktor der Akademie berufen. Gemeinsam mit Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726-1801) als Vizedirektor versuchten die beiden Künstlerkollegen die Institution, welche in den Jahren zuvor an Bedeutung verloren hatte, neu zu beleben.

IMG_0455IMG_0460Christian Bernhard Rode verstarb am 28. Juni 1797 in Berlin. Sein Grabmal befand sich ursprünglich auf dem Schützenkirchhof, dem Friedhof der St.-Nikolai- und der St.-Mariengemeinden in der Berliner Königsstadt. Als der Friedhof aufgegeben und überbaut wurde, erhielt Rode ein Grab auf dem neu angelegten St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I an der Prenzlauer Allee. 1852 ließ die Akademie der Künste ein Sandsteingrabzeichen auf quadratischem Grundriss mit bekrönender Schmuckurne errichten. Das marmorne Rundmedaillon, das die Urne ziert, zeigt das Portrait Rodes nach einer Zeichnung Daniel Chodowieckis. Im Rahmen von Restaurierungsmaßnahmen zu Beginn der 1980er Jahre wurden Urne und Medaillon durch eine Kopie ersetzt.

 

Quellen: Darmstaedter, Robert und Ulrike von Hase-Schmundt (Hrsg.): Reclams Künstlerlexikon. Stuttgart 2002, S. 626-27. // Haspel, Jörg und Klaus-Henning von Krosigk, Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Gartendenkmale in Berlin. Friedhöfe. Petersberg 2008, S. 210. // www.diegeschichteberlins.de

Text und Fotos: Juliane Bluhm

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