Lüder Rutenberg

Architekt
* 8.2.1816
† 14.6.1890

Wie bereits im Januar wird auch im Monat Februar 2018 an eine verstorbene Persönlichkeit aus Bremen erinnert, die auf dem Riensberger Friedhof begraben ist.

Der imposante Bau des Mausoleums der Familie Rutenberg steht auf einer Landzunge, die in den künstlich angelegten, buchtenreichen See ragt. Wie bei den Grabstätten der Familien Schmiedell und Lohmann war auch hier der frühe Tod eines Kindes der Grund für seine Errichtung. Diedrich Christian Rutenberg, Arzt, Naturforscher und einziger Sohn des Bremer Architekten Lüder Rutenberg und seiner Ehefrau Mathilde, war 1878 im Alter von 26 Jahren während einer Forschungsreise auf Madagaskar ermordet worden.

Sein Vater, der 1816 geborene Lüder Rutenberg, entstammte einer Architektenfamilie, die bereits in der dritten Generation in Bremen tätig war. Nach seinen Plänen wurde 1849 die Bremer Kunsthalle gebaut, seine Miet- und Reihenhäuser vom Typ des Bremer Hauses prägten weite Teile der Hansestadt. Über hundert Gebäude, die der große bremische Bauunternehmer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen hat, stehen heute auf der Bremer Denkmalliste. 1873 stieg Rutenberg zudem als Mitbegründer der bald weltbekannten Brauerei Beck & Co ins Brauereigeschäft ein.

Lüder Rutenberg

An vielen Stellen des Mausoleums, das von der Neugotik beeinflusst ist, wird die individuelle und unverwechselbare Handschrift seines Erbauers Lüder Rutenberg sichtbar. Betont wird das würfelförmige Gebäude durch kantige, in dekorativen Spitzpfeilern mündende Ecken, die an gotische Fialen, die türmchenartigen Aufsätze aus der Gotik, erinnern.

Eine ausschwingende Treppe, deren Pfosten mit Pinienzapfen besetzt sind, führt zu einer schmiedeeisernen Tür mit vielfältigen Kreisornamenten. In der Schmuckfläche über dem Portal symbolisieren zwei auf einem Postament sitzende, weibliche Figuren die Erinnerung und die Trauer. Ein singender und ein segnender Engel stehen auf den Säulen neben den Portalseiten. Der Gesamteindruck des Bauwerks wird durch die bewusste Akzentuierung der Horizontalen durch Mauerbänder bestimmt.

Auf dem grünen Kupferdach des Mausoleums ragt eine Frauengestalt als Personifikation der Hoffnung in den Himmel empor. Sie wurde, wie alle plastischen Figuren am Mausoleum, von dem angesehenen Bremer Bildhauer Diedrich Kropp (1824-1913) gefertigt. Das Deckengemälde im Innenraum hat der Bremer Maler Arthur Fitger gestaltet. Drei einfache Stelen erinnern an Lüder Rutenberg, seine Frau Mathilde Christine (1820-1890) und den Sohn Diedrich Christian Rutenberg. Später wurden hier und im Außenbereich auch die vier Töchter und deren Familien beigesetzt.

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