Ludwig von Schwanthaler

Bildhauer
* 26.8.1802
† 14.11.1848

Ludwig von Schwanthaler war der Sohn des Bildhauers Franz Jakob Schwanthaler (1760-1820) und ergriff gleichfalls das Familienmetier. Er wurde zum bevorzugten Bildhauer Ludwig I. Zum Studium schickte ihn der König in das Atelier von Bertel Thorvaldsen (1770-1844) nach Rom. Im Rahmen von Ludwigs Bautätigkeit führte Schwanthaler eine große, höchst effiziente Werkstatt. Zu seinen Lebzeiten zählte Schwanthaler, der ab 1835 Professor an der Akademie war, neben Christian Daniel Rauch zu den berühmtesten deutschen Bildhauern. Von seiner Hand stammt etwa der Entwurf für die Kolossalfigur der Bavaria bei der Ruhmeshalle, die von der königlichen Erzgießerei unter der Leitung von Ferdinand von Miller d. Ä. gegossen wurde. Trotz schwerer Gicht hatte Schwanthaler bis zuletzt an seinen Werken gearbeitet und Anweisungen zur Vollendung gegeben.

Das königliche Ehrengrabmal für Ludwig von Schwanthaler ist eines der bedeutendsten Grabmäler des Campo Santo östlich des Eingangs der Neuen Arkaden. Ludwig I. hatte die Grabstätte 1849 noch vor der Fertigstellung des Campo Santo erworben. Sie wurde mit einem aufwendigen Grabmonument versehen, das von dem Vetter und Werkstattmitglied Franz Xaver Schwanthaler (1799-1854) geschaffen wurde. Das Grabmal bildet zusammen mit dem königlichen Ehrengrabmal für Friedrich von Gärtner an der Westseite des Eingangs ein Ensemble, das ganz im Zeichen von König Ludwigs Kunst- und Denkmalpolitik steht. Das zweigeschossige Monument aus Kalkstein ist oben mit einem Dreiecksgiebel abgeschlossen, der von einem kleinen Kreuzaufsatz bekrönt wird und mit Weinrankendekor verziert ist. In die Stichbogennische des Mittelrisalits ist die Marmorbüste mit der Inschrift „LUD: v. SCHWANTHALER“ eingestellt. Sie stammt ebenfalls von der Hand Franz Xaver Schwanthalers. Eine ganz ähnliche Ausführung ist heute noch in der Ruhmeshalle berühmter Bayern auf der Theresienhöhe zu sehen.

Von dem hohen, auch internationalen Ansehen, das Ludwig von Schwanthaler genoss, zeugen die Worte der Kunstschriftstellerin Anna Mary Howitt, die bei einem Studienaufenthalt in München das Grabmal 1850 gesehen hatte. In ihren später publizierten Tagebuchnotizen beschreibt sie das Monument und die Verehrung der Münchner für ihren Bildhauer. Wäre es nach Ludwig von Schwanthaler gegangen, hätte er freilich ein weitaus schlichteres Grabmal aus Sandstein erhalten. Ein solches hatte er mit knappen Worten testamentarisch verfügt. In der Grabstätte ruhen weitere Familienmitglieder, darunter auch sein Vetter, der Erschaffer des Grabmals, Franz Xaver Schwanthaler.

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