LOVIS CORINTH deutscher Maler

* 21. Juli 1858 in Tapiau (Ostpreußen); † 17. Juli 1925 in Zandvoort (Holland)

Mit etwa eintausend Gemälden und mit mehreren tausend Zeichnungen, Graphiken und Aquarellen zählt Lovis Corinth nicht nur zu den produktivsten, sondern auch zu den bedeutendsten deutschen Künstlern. Als Hauptvertreter des Impressionismus war er Gründungsmitglied der Münchner Sezession und späterer Präsident der Berliner Sezession. Er schuf mythologische, biblische und historische Darstellungen, Porträts, Landschaften und Stillleben. Sein Spätwerk ist geprägt von ausdruckstarker Farbigkeit und expressivem Malduktus.

Corinth studierte in den 1870er und 1880er Jahren an den Kunstakademien in Königsberg und München. Naturstudien und Aktmalerei spielten eine große Rolle während seiner Ausbildung. Während eines dreimonatigen Aufenthaltes in Antwerpen 1884 beeinflusste ihn vor allem das Werk Peter Paul Rubens. Im selben Jahr reiste er nach Paris und studierte an der renommierten privaten „Académie Julian“. Die Stadt an der Seine war zu dieser Zeit Zentrum impressionistischer Malerei.

Nachdem er zuvor einige Jahre in Berlin lebte, ließ sich Corinth 1891 für zehn Jahre in München nieder. Der 1892 entstandenen Münchner Sezession wohnte er als Gründungsmitglied bei. Zu den Gründern der Künstlervereinigung zählten unter anderem auch Max Liebermann, Wilhelm Trübner, Walter Leistikow und Peter Behrens. Als sein Bild „Salome mit dem Haupte Johannes“ von der Sezessionsausstellung im Jahr 1900 zurückgewiesen wurde, entschied er sich München zu verlassen. Walter Leistikow, der gerade für die Berliner Sezession warb, war begeistert von dem Bild und erbat es für die nächste Ausstellung dort. „Salome“ wurde in der Berliner Sezessionsausstellung ein Erfolg und Corinth zog im Herbst 1901 nach Berlin.

Kurz darauf eröffnete er in seinem Atelier in der Kloppstockstraße 52 im Tiergarten eine Malschule für Damen. Seine erste Schülerin wurde die junge Charlotte Berend. 1903 heiratete der fünfundvierzigjährige Künstler die zweiundzwanzig Jahre jüngere Charlotte, die bis zu seinem Tode sein bevorzugtes Modell war. Noch im Jahr seiner Ankunft in Berlin präsentierte der anerkannte Galerist Paul Cassirer eine Einzelausstellung mit Lovis Corinth und ein Jahr später wurde er in den Vorstand der Berliner Sezession berufen. Mit Max Liebermanns Rücktritt als Präsident der Sezession wird Corinth 1911 zum Vorsitzenden gewählt. Im Dezember des Jahres erlitt der nunmehr etablierte Künstler einen Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmte. Es folgten längere Kuraufenthalte in Nienhagen bei Bad Doberan und an der italienischen Riviera.

Der Schlaganfall wandelte auch seine Kunst. Wohl stand diese Veränderung aber auch unter dem Einfluss des Expressionismus. Ab 1919 zog sich Corinth nach und nach aus der aktiven Kunstszene zurück. Er kaufte ein Grundstück in Urfeld am bayrischen Walchensee und siedelte erneut um. Dort entstanden seine berühmten Walchensee-Landschaften. Lovis Corinth verstarb an einer Lungenentzündung im Sommer 1925 in Zandvoort als er auf einer Reise nach Amsterdam dort erneut die Werke von Frans Hals und Rembrandt studieren wollte. Sein Leichnam wurde nach Berlin überführt und er wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt. Das Familiengrab (seit 1.12.1992 Ehrengrab) befindet sich im Block Trinitatis am Feld 8. Es ist ein eher einfacher, wenn auch größerer Grabstein an einem kleinen Seitenweg.

Corinth galt bereits zu Lebzeiten als bedeutender und angesehner Künstler. Sein unbändiges malerisches und zeichnerisches Werk weist impressionistische und expressionistische Züge auf. Er bereitete maßgeblich den Weg in die künstlerische Moderne vor.

Text: Juliane Bluhm

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