KLAUS BONHOEFFER

5. Januar 1901 in Breslau; † 23. April 1945 in Berlin

Zum diesjährigen 70. Todestag des Juristen und Widerstandskämpfers

Klaus Hans Martin Bonhoeffer wurde am 5. Januar 1901 als drittältestes von acht Kindern des Psychiaters und Neurologen Karl Bonhoeffer (1868-1948) und dessen Ehefrau Paula, geb. von Hase (1876-1951), in Breslau geboren. Mit seinem jüngeren Bruder, dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer (1902-1945) besuchte er in Berlin das Gymnasium. Nach seinem Jurastudium in Heidelberg erhielt Bonhoeffer 1930 die Anwaltszulassung. Im selben Jahr heiratete er Emmi Delbrück (1905-1991), Tochter des Historikers Hans Delbrück (1848-1929). Zusammen hatten sie eine Tochter und zwei Söhne. Seit 1935 war Bonhoeffer als Rechtsberater bei der Lufthansa engagiert – ein Beruf, der eine umfangreiche Reisetätigkeit mit sich brachte. Den seinerzeit stärker werdenden Nationalsozialismus lehnte er ab und suchte nach Möglichkeiten, das Regime der NSDAP zu stürzen.

Gemeinsam mit seinem Bruder Dietrich Bonhoeffer und seinen Schwägern Hans von Dohnanyi, Justus Delbrück und Rüdiger Schleicher nutzte er früh seine Reisemöglichkeiten, um vielfältige Kontakte zu Widerstandskreisen in kirchlichem und militärischem Umfeld im In- und Ausland zu knüpfen. Es gelang ihm, wichtige Verbindungen zwischen den einzelnen Widerstandsgruppen herzustellen. In die Pläne des Attentats auf Hitler vom 20. Juli 1944 war er von Beginn an eingeweiht. Wegen seiner Beteiligung an diesem Umsturzversuch wurde Klaus Bonhoeffer am 1. Oktober 1944 verhaftet, am 2. Februar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und in der Nacht vom 22. zum 23. April 1945 in Berlin von einem SS-Kommando erschossen.

Bonhoeffer

Bestattet wurde Bonhoeffer auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof I in einem Grab- und Ehrenmal für Persönlichkeiten, die im Kampf gegen das Naziregime den Tod fanden. Neben Klaus Bonhoeffer wurden hier weitere Männer des aktiven Widerstandes gegen Hitler bestattet: Hans John, Hans Ludwig Sierks, Karl Adolf Marks, Wilhelm zur Nidden, Friedrich Justus Perels und Rüdiger Schleicher. Allesamt wurden aufgrund ihrer Beteiligung am Attentat gegen Hitler vom 20. Juli 1944 verhaftet und erschossen. Die Grab- und Gedenkstätte wurde bereits in den 1950er Jahren im Zusammenwirken von Gemeinde und Kirchenleitung errichtet. Der auf einem verputzten Sockel liegende Steinquader aus Muschelkalk trägt die Namen der Ermordeten. Zudem wird mit der Inschrift an drei Persönlichkeiten des Widerstandes erinnert, die hier nicht beigesetzt wurden und deren Gräber bis heute unbekannt geblieben sind: Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), Justus Delbrück (1902-1945) und Hans von Dohnanyi (1902-1945). Das zu dem Stein gehörende schlichte Kreuz aus Eisenträgern fertigte Fritz Kühn.

Bonhoeffer 02

Die Oberfläche des Natursteinquaders ist besonders an den horizontalen Flächen partiell stark ausgewaschen. Die Keil-Inschrift ist rückgewittert und die vormalige Farbauslegung kaum mehr vorhanden. Risse, desolate Fugen sowie Moos- und Flechtenbildung an der Oberfläche des Grab- und Gedenksteins fordern notwendige Restaurierungsmaßnahmen, die aktuell angegangen werden.

Quellen: Etzold, Alfred und Wolfgang Türk: Der Dorotheenstädtische Friedhof. Berlin 1993, S. 61-63. // Mende, Hans-Jürgen: Dorotheenstädtischer Kirchhof und Französischer Friedhof I an der Chauseestraße. Berlin 2008, S. 87-89. // www.wo-sie-ruhen.de/friedhoefe/?c=10

Text und Fotos: Juliane Bluhm

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