Josef Limburg

* 10. Juli 1874 in Hanau; + 20. Dezember 1955 in Berlin-Charlottenburg

Anlässlich des diesjährigen 142. Geburtstages des Bildhauers am 10. Juli

Der Bildhauer Josef Limburg ist für die Besucher des Alten Domfriedhofs von St. Hedwig von besonderem Interesse, nicht nur weil er 1955 auf diesem Friedhof seine letzte Ruhestätte fand, sondern sich auch von ihm geschaffene Kunstwerke auf diesem Friedhof befinden. So begrüßen die Besucher beim Betreten des Friedhofs zwei 3-Meter hohe kniende Engel aus Marmor, Schöpfungen des Bildhauers Josef Limburg.

In Hanau als Sohn eines Goldschmieds geboren, besuchte er dort nicht nur die Schule, sondern erhielt auch in der Werkstatt seines Vaters seine erste Ausbildung, und er besuchte bis 1894 die Königliche Zeichenakademie in Hanau. In dieser Zeit errang Limburg für Schülerarbeiten zwei Stipendien und acht Preise. Nach einer kurzen Ausbildungszeit in Wien ging er nach Berlin, wo er mehrere Jahre bei Anton von Werner, Gerhard Janensch und Peter Breuer an der Hochschule für Bildende Künste studierte.

Mit einem „Tanzrelief“ errang er 1900 den mit einem Italien-Aufenthalt verbundenen Preis der Michael-Beer-Stiftung. In Rom gelang es Limburg, durch die Bekanntschaft mit dem Direktor der vatikanischen Bibliothek, einige Porträtaufträge geistlicher Würdenträger zu erlangen, ja sogar eine Kolossalbüste Papst Gregor XIII. für das Kollegium Germanicum anzufertigen, mit der Folge, dass die religiöse Thematik seitdem beherrschend für Limburgs Arbeiten wurde. Es wundert daher nicht, dass er nun wiederholt Engel, Heilige, Madonnen- und Christusgestalten schuf und damit zum gerne beauftragten Bildhauer der Katholischen Kirchenkunst, zum anerkannten Vertreter einer „katholischen-religiösen“ Plastik im protestantischen Berlin wurde.

Josef Limburg

Infolge der guten Auftragslage konnte er sich 1903 ein eigenes Atelier errichten. 1912 entstanden die beiden großen knienden Engel für die monumentale Grabanlage des Bergrates Pieler in Ruda in Oberschlesien. Limburg fertigte zwei Kopien dieses Engelspaares an. Das Paar für das neu erbaute Krematorium in Wilmersdorf befindet sich heute auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig.
1923 konnte Limburg für sich und seine Familie eine Villa in der Bahnhofstraße in Berlin-Lichterfelde erwerben, wo er bis zu seinem Tode wohnte. Heute befindet sich in diesem Haus eine Josef-Limburg-Gedächtnisstätte. Seine Grabstätte befand sich bis 1985 am Hauptweg des Alten Domfriedhofs St. Hedwig. Der Stein musste jedoch als Folge der Grenzverschiebung umgesetzt werden. (Grabnummer des Friedhofs und Lage: IV-20-36)

Text abrufbar über die Friedhofs-App www.wo-sie-ruhen.de unter dem Alten Domfriedhof St. Hedwig I in Berlin.

Text: Klaus-Henning von Krosigk
Foto: Eckard Jonalik

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