Johann Nikolaus Caspary

Kaufmann, Weinhändler
* 18.8.1758
† 27.4.1839

Johann Nikolaus Caspary, Sohn von Johann Peter Caspary und dessen Ehefrau Elisabeth Margarete Mitscher, stammte aus Traben an der Mosel. Zusammen mit seinem Vetter Justus Mitscher (1755-1802) beantragte er bei König Friedrich II. die Erlaubnis zur Einfuhr von Mosel- und Rheinwein nach Preußen. Im Gegensatz zu seinem Vater Friedrich Wilhelm I. bevorzugte der König zumeist französischen Rotwein. Der zur Probe gelieferte Moselwein fand jedoch seine Gnade und er gestattete die Einfuhr von zehn Fass davon. 1785 gründeten Caspary und Mitscher die gleichnamige Weinhandlung in Berlin. In der Königstraße 40, heute Rathausstraße, an der Ecke Klosterstraße pachteten die beiden ein Anwesen mit Kontor, Stallungen, Lager und Weinhandlung. Das zugehörige Weinlokal prosperierte. Die Weinhändler wurden in Berlin einbürgert, erwarben das Grundstück und ließen 1794 ein neues Hauptgebäude errichten. Bei „Mitscher & Caspary“ trafen sich in heimeliger Atmosphäre Bürger und Adel. Nach dem Tod der Gründer blieb die Weinhandlung „Mitscher & Caspary“ bis in das 20. Jahrhundert hinein in Familienbesitz. Einer der Erben, Johann Marx Caspary, feierte am 2. November 1880 seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurde eine Gedenkmedaille geprägt, die auf der Frontseite das von Wilhelm Kullrich modellierte Porträt des Geehrten zeigt. Dieser ruht mit seiner Familie in einem repräsentativen Erbbegräbnis, dessen Wand mit rötlichbraunem Granit verkleidet ist.

Die Architektur zeigt formal Anleihen aus der Renaissancezeit, etwa in der sogenannten Rustica. In der vermutlich in den 1880er Jahren errichteten Anlage steht ein gusseisernes Kreuz für den Ahnen. Die verschwägerten Familien Caspary und Schlottmann ließen gegenüber der älteren Wandgrabanlage Caspary ein zweites Erbbegräbnis errichten. Eine obere und eine etwas tiefere, rückseitig angefügte Terrasse beinhalten die einzelnen Grabstellen. Ein Tondo mit dem Kopf Christi nach Thorvaldsen schmückt die Aedikula. In der Königstraße, Ecke Klosterstraße entstand für das Familienunternehmen um 1909 ein neues Wohn- und Geschäftshaus nach Plänen von Heinrich Kayser und Carl von Groszheim. Dieses Büro lieferte möglicherweise auch die Entwürfe für die Grabstätten.

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