Johann Ludwig Tieck

Dichter
* 21. Mai 1773 in Berlin
+ 28. April 1853 in Berlin

Ludwig Tieck ist als „romantischer Dichterfürst“ bekannt geworden. Er war Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer in der Epoche der Romantik und publizierte auch unter den Pseudonymen Peter Leberecht und Gottlieb Färber.

Tieck wurde in Berlin als Sohn eines Seilermeisters geboren. Die Eltern sorgten dafür, dass er und auch sein jüngerer Bruder, der später als Bildhauer bekannte Christian Friedrich Tieck (1776-1851), das renommierte Friedrichswerdersche Gymnasium besuchen konnten.

Nach der Schule begann Ludwig Tieck Theologie zu studieren und hörte Vorlesungen über Literatur, Altertumswissenschaften und Philosophie in Halle, Erlangen und Göttingen. 1794 verließ er die Universität ohne akademischen Grad. Wieder in Berlin, war er entschlossen, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Die Zusammenarbeit mit dem Aufklärer Friedrich Nicolai, Freundschaften mit den Brüdern Friedrich und August Wilhelm Schlegel, aber auch weitere wichtige Bekanntschaften, die er in den Salons von Henriette Herz oder Rahel Levin machte, sollten ihn in jener Zeit prägen. 1799 folgte er mit seiner Frau Amalie Alberti und der gerade geborenen Tochter Dorothea den Schlegel-Brüdern nach Jena. Es begann Tiecks große Zeit, die ihn zu einem der bekanntesten Schriftsteller in Deutschland werden ließ. Bekanntschaften mit den ebenfalls in Jena lebenden Philosophen und Schriftstellern Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Clemens Brentano oder Friedrich von Hardenberg, bekannt als Novalis, hinterließen im Leben Tiecks bleibende Spuren. Auch wenn der Aufenthalt in Jena lediglich ein knappes Jahr dauern sollte, erlebte er dort die Geburtsstunde der deutschen Frühromantik. Der Titel seines Werks „Romantische Erzählungen“ (2 Bände, 1799, 1800) war programmatisch. 1819 führte ihn sein Weg nach Dresden, wo er 23 Jahre bleiben sollte. Tiecks literarisches Schaffen dieser Zeit umfasste zahlreiche Novellen, in denen sich sein großes Erzähltalent zeigte. Auch gab er die hinterlassenen und gesammelten Schriften Heinrich von Kleists (1821, 1826) heraus. 1825 wurde Tieck Dramaturg des Dresdner Hoftheaters. Zudem übernahm er die Herausgabe, Ergänzung und Erläuterung der von August Wilhelm Schlegel begonnenen Shakespeare-Übertragung (9 Bände, 1825-1833).

Nach der Thronbesteigung Friedrich Wilhelm IV. nahm Tieck 1843 endgültig das Angebot des Monarchen an, als wohlbestallter Dramaturg und ausgestattet mit dem Titel eines Geheimen Hofrates nach Berlin zu wechseln. Hier setzte er die Sammlung seiner Schriften fort. Bis 1846 umfasste allein die Herausgabe der lyrischen Arbeiten 20 Bände. Auch die Sammlungen der Novellen und seiner kritischen Schriften zeugen von dem umfangreichen Werk des Schriftstellers Ludwig Tieck.

Eine schlichte Marmorstele aus rotem Porphyr in antiker Form wurde ihm zu Ehren als Grabmal errichtet und erinnert bis heute an den „König der Romantik“.

Klaus-Henning von Krosigk

Grabnummer des Friedhofs und Lage: Friedhof II der Dreifaltigkeitsgemeinde, BOBE-003-003
Ehrengrab

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