JOHANN GOTTFRIED WETZSTEIN

* 19. Februar 1815 in Oelsnitz im Vogtland; † 18. Januar 1905 in Berlin

Zum diesjährigen 200. Geburtstages des Orientalisten

Johann Gottfried Wetzstein (1815-1905) gehörte zu den bedeutendsten Orientalisten des 19. Jahrhunderts. Viele Jahre lebte der aus dem Vogtland stammende Wetzstein als Privatgelehrter in Berlin, wo er auch starb. Seine Wohnung war in der Auguststr. 69. Er unterrichtete an der Universität Arabisch und Islamstudien und stand in Kontakt mit vielen Wissenschaftlern und bedeutenden Zeitgenossen. Wenn es um das Verständnis der aktuellen Entwicklungen im arabischen Raum ging – damals war er oft der erste Ansprechpartner!

Von 1849 bis 1861 wirkte er als erster preußischer Konsul in Damaskus. Er beschäftigte sich ausgiebig mit der Lebensweise der Menschen dort und bewirtschaftete sogar zusammen mit seiner Frau landwirtschaftliche Güter. Seine wissenschaftlichen Arbeiten zeichnen ihn als großen Kenner der Literatur und Alltagskultur der arabischen Welt aus. Die von ihm in Syrien erworbenen orientalischen Handschriften trugen wesentlich zur Erforschung des Orients in Europa bei und bilden heute wertvolle Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin und anderer Bibliotheken in Deutschland.

Johann Gottfried Wetzstein und seine Frau Ernestine wurden auf dem Sophienkirchhof II in Berlin-Mitte beigesetzt. Die Grabstätte ist mit einem schmiedeeisernen Gitter auf gestockten Granitschwellen eingefasst. Das Gitter wurde von „F. Krause, Ackerstr. 38“ gefertigt, wie einem Schild am Torflügel zu entnehmen ist. An der Rückseite des Grabgitters befinden sich zwei Namenstafeln aus schwarzem, poliertem Granit mit vergoldeter Inschrift, eine für Johann Gottfried Wetzstein, eine für seine Frau Ernestine. Die Granittafeln werden durch schmiedeeisernes Schmuckwerk gehalten.
Einst waren zwei weitere Inschrifttafeln angebracht, von denen die eventuell zugehörigen Granittafeln in Scherben am Boden der Grabanlage liegen. Das Metallgitter und die Tafelhalterungen sind stark korrodiert und zum Teil im Zierschmuck rückgewittert, die ursprüngliche Farbfassung ist nicht mehr erkennbar. Die Gitterpfosten sind allesamt gebrochen und einzelne Zapfenaufsätze der Pfosten sind gerissen. Das Gittergrab bedarf einer umfänglichen Restaurierung, um es vor dem weiteren Verfall zu bewahren!

Die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe ruft zu Spenden für die dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahmen am Grabmal Wetzstein auf.

Spendenkonto:
KVA Mitte-Nord / Stiftung Kirchhöfe
Berliner Bank
BIC: DEUT DE DB 110
IBAN: DE91 1007 0848 0512 7006 01
Verwendungszweck: Wetzstein

Anlässlich des 200. Geburtstags Wetzsteins wird die Staatsbibliothek Berlin ihm zu Ehren ein wissenschaftliches Symposium (19.-21. Februar 2015) veranstalten.

Das Tagungsprogramm und die Anmeldeinformationen finden Sie hier:
staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/abteilungen/orient/aktuelles

Text zu J. G. Wetzstein u. Fotos Grab Wetzstein:
Christoph Rauch

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
Vorsitzender des Vorstandes: Peter Storck
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