Helmut Newton

* 31. Oktober 1920 in Berlin / † 23. Januar 2004 in Los Angeles

Zum diesjährigen 94. Geburtstag des Fotografen

Helmut Neustädter, so der eigentliche Name des Fotografen, wurde am 31. Oktober 1920 in Berlin als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Fabrikantenfamilie geboren. Im Alter von 12 Jahren kaufte er sich seine erste Kamera. Vier Jahre später begann er eine Ausbildung bei der Portrait-, Akt-, und Modefotografin Yva alias Else Neuländer-Simon (1900-1942) in Berlin, die er allerdings nicht beenden konnte. Das NS-Regime zwang die Familie Deutschland zu verlassen, mit 18 Jahren reiste Helmut Newton über Triest mit dem Schiff und zwei Kameras im Gepäck nach Singapur, wo er sein Geld mit Auftragsfotografien verdiente.

1940 wanderte Newton nach Australien aus. Nach dem Krieg eröffnete er in Melbourne ein Fotostudio, nahm die australische Staatsbürgerschaft an und änderte seinen Namen von Neustädter in Newton. Zu dieser Zeit lernte er auch seine Ehefrau, die Schauspielerin June Brown (*1923), kennen. June stand ihm Modell, später wurde sie unter dem Pseudonym Alice Springs selber als Fotografin bekannt. Newton arbeitete weiter als Mode- und Theaterfotograf, seine Bekanntheit wuchs kontinuierlich. 1956 veröffentlichte er Fotos in der australischen „Vogue“. Es folgten die französische, italienische, amerikanische und die deutsche Ausgabe, sowie international führende Modemagazine wie „Elle“, „Marie Claire“ oder „Jardin des Mode“.

Zu Beginn der 1960er Jahre zog Newton zurück nach Europa, in Paris etablierte sich sein Name als feste Größe in der Modewelt. Ab den 1970er Jahren galt Helmut Newton als einer der gefragtesten und bestbezahlten Mode-, Akt-, Portrait- und Werbefotografen der Welt. 1975 zeigte er in Paris seine erste Einzelausstellung, im Folgejahr erschien der Fotoband „White Women“. Seine „Big Nudes“-Serie sorgte in den 80er Jahren für Aufsehen, die Frauenakte gelten heute als Ikonen der Fotogeschichte. Newtons Frauenbild in seinen Werken wird gleichermaßen auch kontrovers diskutiert. Neben seinen Akt- und Modefotografien portraitierte Newton zahlreiche prominente Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, David Bowie, Catherine Deneuve oder Leonardo DiCaprio.

Für sein fotografisches Werk erhielt Newton zahlreiche Preise. Im Jahr 2000 fand in Berlin eine umfassende Retrospektive anlässlich seines 80. Geburtstag statt, die anschließend in London, New York, Tokio, Moskau und weiteren Städten zu sehen war.

Im Alter von 83 Jahren starb Helmut Newton am 23. Januar 2004 bei einem Autounfall in Los Angeles. Auf eigenen Wunsch wurde seine Asche auf dem III. Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau in der Nähe des Grabes von Marlene Dietrich beigesetzt. Ein quadratischer Kissenstein aus schwarzem Granit zeigt ein Schwarz-Weiß-Portrait des Künstlers.

Helmut Newton

Kurz vor seinem Unfalltod gründete Newton im November 2003 die Helmut Newton Stiftung. Im Juni 2004 eröffnete seine Frau June Newton in Berlin das Museum für Fotografie, das auch die Helmut Newton Stiftung beherbergt.

www.helmut-newton.de

Text und Fotos: Juliane Bluhm

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