Friedrich Wilhelm Murnau

Zum diesjährigen 127. Geburtstages des Stummfilmregisseurs

* 28. Dezember 1888 in Bielefeld; † 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien, USA

2012 wurde auf dem „Boulevard der Stars“ vor dem Filmmuseum in Berlin ein Stern für Friedrich Wilhelm Murnau eingeweiht. Murnau gilt neben Fritz Lang als wichtigster deutscher Stummfilmregisseur.

Er stammte aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie, die seine künstlerischen Ambitionen und seine Homosexualität ablehnte. Hier wird auch einer der Gründe dafür gesehen, warum der
gebürtige Friedrich Wilhelm Plumpe sich nach dem von Künstlern gern besuchten Urlaubsort Murnau benannte.

Während seines Studiums der Philologie und Kunstgeschichte in Berlin und Heidelberg lernte er seinen ersten Lebensgefährten, den Dichter und Schauspieler Harry Ehrenbaum-Degele kennen, dessen Mutter, eine bekannte Opernsängerin, Murnau in ihrer Villa in der Douglasstraße 22 in Grunewald ein lebenslanges Wohnrecht einräumte.

Der großgewachsene Murnau fiel Max Reinhardt auf, der ihm den Besuch seiner Schauspielschule ermöglichte. Im ersten Weltkrieg starb Murnaus Freund 1915 an der Ostfront, er selbst geriet 1917 als Kampfflieger in schweizerische Kriegsgefangenschaft. Hier kam er erstmals mit der Filmkunst in Berührung.

1919 kehrte Murnau nach Berlin zurück. Sein erster Film „Der Knabe in Blau“ gilt, wie auch andere Filme des Regisseurs, als verschollen. 1922 schuf er seinen bekanntesten Film, nämlich „Nosferatu – Symphonie des Grauens“. Für die ‚Universum Film (UFA)‘ drehte er mit seinem Kameramann Karl Freund 1924 den Film „Der letzte Mann“. Bei diesem Werk setzte Murnau eine technische Innovation ein, die als „fliegende Kamera“ bekannt wurde und eine bewegliche Kameraführung auf Schienen beinhaltete. Auch die „subjektive Kamera“, die das Geschehen im Film mit den Augen einer handelnden Person wiedergibt, kam hier erstmals zum Einsatz. Kurz darauf siedelte er nach Hollywood über und verband sich mit dem Filmproduzenten William Fox. Nach kommerziellen Misserfolgen löste er den Vertrag 1929 und reiste mit dem eigens erworbenen Zweimast-Segelschoner „Bali“ nach Tahiti, wo er bei Papeete in Französisch-Polynesien ein Landgut erwarb. In Tahiti entstand auf eigene Kosten der „paradiesische“ Film „Tabu“. Wenige Tage vor der amerikanischen Premiere starb Murnau an den Folgen eines Autounfalls im Santa Barbara Hospital. Seine Leiche wurde einbalsamiert und in einen Sarg mit Glasscheibe gelegt.

Murnau

An der Trauerfeier in New York nahm u.a. Greta Garbo teil, an der Trauerfeier in der Kapelle auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf Emil Jannings, Erich Pommer, Wilhelm Pabst und andere Filmgrößen. Die aus Travertin gearbeitete dreiachsige Grabarchitektur über der Gruft trägt Murnaus Bronzebüste von der Hand Ludwig Manzels.

Grabnummer und Lage auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf:
Block Schöneberg, Feld 3a, Erb. 5
Text abrufbar über die Friedhofs-App www.wo-sie-ruhen.de unter dem Südwestkirchhof Stahnsdorf in Brandenburg.

Text: Jörg Kuhn
Foto: Eckard Jonalik

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