Friedrich Stephan zum 107. Todestag

28.04.1822 bis 24.07.1904

Mit unserem Gedenktag im Monat Juli wollen wir unsere Leser gleichzeitig auf den bevorstehenden „Tag des offenen Denkmals“ einstimmen, den die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg am 10. und 11. September 2011 auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchhof veranstaltet.

Wir widmen unseren Gedenktag dem ehemaligen Regierungsrat Friedrich Stephan, der am 24. Juli 1904 vor 107 Jahren im Alter von 82 Jahren verstarb. In anderen Berufen war er als Landwirt, Ökonomiekommissar und Bankdirektor tätig. Politisch engagierte er sich einige Jahre für die Deutsche Freisinnige Partei.

Friedrich Stephan ist in der Familiengruft im Untergeschoss der Kapelle des Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchhofs beigesetzt. Zu seinem und zum Gedächtnis an die verstorbenen Familienmitglieder befindet sich an der westlichen Außermauer der Kapelle ein Epitaph.

Das sandsteinerne Epitaph, das eine nur wenig vorspringende Konsole abstützt, ist mit aussagenden Reliefs gestaltet und fasst die Inschriften auf einer Granitplatte ein. Das Gedächtnis-Mal wird von einem Kleeblattbogen überfangen, dessen tiefer liegendes Bogenfeld das Relief von überkreuzten Ähren, Pflug und Spaten wohl als Berufszeichen des Verstorbenen trägt. Ein Immortellenkranz im Schnittpunkt der über Kreuz gestellten Kornähren weist sinnbildlich auf die Unsterblichkeit hin und korrespondiert mit der hervortretenden Inschrift des Bibelverses aus der Offenbarung des Johannes in der Bogenkrümmung „SELIG SIND DIE TOTEN, DIE IN DEM HERRN STERBEN“ (14,13). In der Horizontalen des Halbkreises und direkt über der eingesetzten Granit-Inschriftplatte steht in erhabenen Buchstaben der Familienname der Stephans, der rechts von einer Leier und links von einer Harfe flankiert wird, die sich als Reliefs in einem Vierpass abzeichnen und symbolisch auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde hinweisen. Christliche Auferstehungshoffnung verheißen ebenso die Ranken mit Wein und Granatäpfeln, deren Reliefs das Epitaph seitlich einfassen. Auf dem unteren Rand des Sandstein-Males setzt sich der Bibelvers aus der Johannes-Offenbarung fort: „JA DER GEIST SPRICHT [,] DASS SIE RUHEN VON IHRER ARBEIT“ und gibt damit der Hoffnung auf eine neue und ewige Seinsweise bei Gott Ausdruck.

Text: Martina Samulat-Gede, Öffentlichkeitsarbeit

Bildnachweis: Martina Samulat-Gede: Kapelle, Epitaph der Familie Friedrich Stephan an der Westseite der Kapelle auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchhof, Aufnahmen 2011

Literatur / Internetquellen:
Friedrich Stephan in:
„Datenbank der deutschen Parlamentsabgeordneten“ der Bayerischen Staatsbibliothek (http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/) (Stand: 30.06.2011)

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