FRIEDRICH LUDWIG WILHELM STIER

* 8. Mai 1799 in Błonie bei Warschau; † 19. September 1856 in Berlin Schöneberg

Zum diesjährigen 216. Geburtstag des Architekten

Ein „künstlerisch hervorragendes Grabmal“, der von sechs Säulen getragene Grabbaldachin in Form eines „dorischen Tempelchens“. Friedrich August Stülers Baldachin entstand 1860 in hellgrauem schlesischen Marmor. Eine „glückliche Wahl des ganz besonderen Reizes“.

Friedrich Ludwig Wilhelm Stier geboren am 8.5.1799 in Błonie bei Warschau, gestorben am 19.9.1856 in Berlin Schöneberg, war Bauingenieur. Er lebte seit 1811 in Berlin und besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster und die Bauakademie. Nach längeren Aufenthalten im Rheinland, in Frankreich und Italien erhielt er 1828 an der Bauakademie in Berlin eine Anstellung. Er legte die Baumeisterprüfung ab und wurde Professor an der Bauakademie, 1842 Mitglied der Wissenschaften in Berlin und 1853 in München.

Stier verfasste zahlreiche Studien- und Lehrentwürfe, u.a. für den Berliner Dom, in denen er das Nachahmen historischer Stile ablehnte. Er wohnte seit 1837 in dem vom Volksmund durch seinen malerischen Aufbau „Stierburg“ genannten Haus. Es lag in der bis 1830 zu Schöneberg gehörenden Straße „Auf dem Carlsbade“, heute „Am Karlsbad“.

1847 brachten Eleven der Bauschule zu Berlin ihrem Lehrer Prof. Wilhelm Stier vor seinem Haus, der „Stierburg“, ein Geburtstagsständchen. An diesem Tag wurde die Idee zur Gründung eines Vereins zur Pflege von „Männergesang und Geselligkeit“ geboren – die noch heute existierende Akademische Vereinigung Motiv Berlin. Alljährlich versammeln sich Mitglieder der Vereinigung am Himmelfahrtstage am Grabe und legen einen Kranz mit ihren Farben „blau, weiß, gold“ nieder. Die Stierstraße im Berliner Ortsteil Friedenau wurde am 30.12.1901 nach Wilhelm Stier benannt.

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Text und Fotos: Volker Georg Buisman, Mitglied im Vorstand der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg

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