ERNST CHRISTIAN FRIEDRICH SCHERING

Apotheker, Unternehmer
* 31. Mai 1824 in Prenzlau; † 27. Dezember 1889 in Berlin

Grabstein Schering

Als der Apotheker Ernst Schering im Jahr 1851 in der Berliner Chausseestraße seine „Grüne Apotheke“ eröffnete, ahnte er wohl nicht, dass sich daraus im Laufe einer 155-jährigen Firmengeschichte das international erfolgreiche Berliner Pharmaunternehmen Schering entwickeln würde. Der Name Schering ist fest mit der pharmazeutischen und chemischen Entwicklung der Stadt Berlin verbunden.

Ernst Christian Friedrich Schering wurde am 31. Mai 1824 als jüngstes von fünf Kindern im Brandenburgischen Prenzlau geboren. Seine Eltern betrieben dort ein Wirtshaus. Nach Abschluss des Gymnasiums drängten Vater und Mutter ihn zur Ausbildung im Apothekenwesen. Mit 17 Jahren erlernte Schering in der „Appeliusschen Apotheke“ – der damals Besten in Berlin – den Beruf des Apothekers. Nach anschließender 5-jähriger Assistenz- und Praktikantenzeit in verschiedenen deutschen Städten, entschied sich der junge Apothekengehilfe für ein Pharmaziestudium in Berlin, das er 1850 als „Apotheker 1. Klasse“ abschloss. Ein Jahr darauf kaufte er mit finanzieller Unterschützung seiner Familie die in der Chausseestraße gelegene „Schmeisser’sche Apotheke“.

In der nun benannten „Grünen Apotheke“ stellte Schering neben Arzneien auch Chemikalien für die Parfümerie-, Textil-, Leder-, Seifen und Feuerwerksindustrie her. Zudem produzierte er reinste Stoffe und Präparate für die aufkommende Fotografie. Die Nachfrage an seinen hochwertigen Chemieprodukten stieg. Getrennt von seiner Apotheke begann der studierte Pharmazeut eine chemische Produktionsstätte aufzubauen, für die er im September 1864 als „Chemische Fabrik Ernst Schering“ die staatliche Konzession erhielt. Sein Unternehmen bezog das Stammwerk in der Müllerstraße 171 in Berlin-Wedding.

1867 gehörte Ernst Schering zu den Mitbegründern der „Deutschen Chemischen Gesellschaft“, deren Schatzmeister er bis 1880 war. Für die Arzneimittelversorgung der preußischen Armee im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erhielt Schering den Titel „Königlicher Kommerzienrat“. Nach der Reichsgründung erfolgte 1871 die Umwandlung der „Chemischen Fabrik E. Schering“ in eine Aktiengesellschaft. Das Unternehmen firmierte nun als „Chemische Fabrik auf Actien (vormals E. Schering)“. Daraus ging die spätere Schering AG hervor. Bis 1874 war Ernst Schering Alleinvorstand der Aktiengesellschaft, 1882 zwangen ihn gesundheitliche Beschwerden zur Niederlegung dieses Amtes und er wechselte in den Aufsichtsrat seiner Firma. Die „Grüne Apotheke“ blieb währenddessen in Familienbesitz und wurde von Sohn Richard Schering weitergeführt.

Am 27. Dezember 1889 verstarb Ernst Christian Friedrich Schering im Alter von 65 Jahren und wurde auf dem Berliner Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirche am Halleschen Tor beigesetzt.

Grab ScheringScherings Grab ziert eine gesockelte, konische Stele aus poliertem schwarzem Granit, die oben mit vier schlichten Eck-Akroteren abschließt. Das eingelassene bronzene Portraittondo zeigt den Unternehmer in seitlichem Profil mit Vollbart und glatt gekämmtem Haar. Gustav Adolf Landgrebe (1837-1899) wirkte hier als Bildhauer. Der Berliner Künstler schuf u. a. Stuckmedaillons und Deckenschmuck für die Nationalgalerie. Im unteren Bereich der dreigeteilten Grabstele steht in vergoldeter Schrift: „Das Beste sucht im Können und im Wollen, dann muß Euch jeder Dank und Ehre zollen“.

Text und Fotos: Juliane Bluhm

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