Engelbert Humperdinck

* 1. September 1854 in Siegburg (Rheinland); † 27. September 1921 in Neustrelitz

Zum 94. Todestag des Komponisten am 27. September

Engelbert Humperdinck wurde als Sohn eines Gymnasialprofessors in der Dienstwohnung der Eltern geboren. In dem Schulgebäude am Marktplatz in Siegburg ist heute das Heimatmuseum untergebracht. Im „Humperdinck-Zimmer“ hängt ein gerahmtes Foto der Grabstätte in Stahnsdorf.

Der junge Humperdinck studierte zuerst Architektur, wechselte aber schnell an das Kölner Konservatorium unter Ferdinand Hiller. Seinen Lebensunterhalt verdiente er durch Tanzmusik. Mehrere Kompositionspreise und Stipendien ermöglichten ihm dann jedoch Studienreisen. In Neapel lernte er Richard Wagner kennen, der in den folgenden Jahren sein entscheidender Lehrer und auch persönlicher Freund wurde. Wagner lud ihn zur Einstudierung des „Parsifal“ nach Bayreuth ein. Andere Reisen führten ihn nach Paris und Spanien. Einer Anstellung als musikalischer Gesellschafter bei Alfred Krupp in Essen folgte eine Professur am Liceo in Barcelona, dann in Köln.

Als seine Schwester Adelheid Wette (1858-1916) mit ihren beiden Kindern zum Geburtstag ihres Mannes ein Märchenspiel aufführen wollte, schrieb Humperdinck 1890 zunächst vier Lieder dafür. Auf Rat von Cosima Wagner und Hugo Wolf schuf er daraus schließlich ein Singspiel und 1893 seine weltberühmte Oper „Hänsel und Gretel“. Besonders einprägsam gerieten die hinein komponierten Lieder wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ und „Suse, liebe Suse“ sowie der „Abendsegen“. Die Uraufführung in Weimar am 23. Dezember 1893 dirigierte Richard Strauß, die Inszenierung in Dessau übernahm Cosima Wagner.
1892 heiratete der Komponist Hedwig Taxer (1862-1916). Mit seinem gesellschaftlichen Aufstieg ging es voran. 1897 hatte die Oper „Königskinder“ Premiere, ein Werk, das der Meister bis 1910 umarbeitete und zuerst in der Metropolitan Opera in New York aufführen ließ. Zwischen 1900 und 1910 nahm Humperdinck zwei Millionen Goldmark an Tantiemen ein. In Boppard bewohnte er seit 1897 eine repräsentative Villa.

Humperdinck

1901 zog er nach Berlin, wo er nicht nur bis 1920 an der Königlichen Akademie der Künste die Meisterklasse für musikalische Komposition leitete, sondern auch für Max Reinhardt Bühnenkompositionen schuf. Er publizierte das „Kaiserliederbuch“, 1906 ein „Volksliederbuch für Männerchor“ und 1909 „Sang und Klang fürs Kinderherz, eine Sammlung der schönsten Kinderlieder“. In Berlin lebte die Familie Humperdinck von 1908-12 in der Villa Trabener Straße 16, in der auch Isadora Duncan von 1904-14 eine Tanzschule für Kinder unterhielt.

In Neustrelitz, wo Humperdincks Sohn Wolfram den „Freischütz“ inszenierte, starb Engelbert Humperdinck an den Folgen eines Schlaganfalls. Den Granitfindling auf seinem Grab umweht ein märchenhafter Zauber.

Text: Jörg Kuhn
Foto: Eckard Jonalik

Text abrufbar über die Friedhofs-App www.wo-sie-ruhen.de unter dem Südwestkirchhof Stahnsdorf in Brandenburg

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