CARL FRIEDRICH WILHELM KNOBLAUCH

* 17. September 1793 in Berlin; † 4. August 1859 in Wittekind bei Halle

Zum diesjährigen 221. Geburtstag des Seidenfabrikanten und Kommunalpolitikers

Das Berliner Knoblauchhaus im Nikolaiviertel zählt zu einem der wenigen erhaltenen Bürgerhäuser des 18. Jahrhunderts in Berlin. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert durch den Nadlermeister Johann Christian Knoblauch (1723-1790) im damals zeitgemäßen Rokokostil errichtet, wurde das repräsentative Eckhaus 1806 und 1835 klassizistisch umgestaltet. Carl Friedrich Knoblauch (1765-1813), Sohn des Nadlermeisters, errichtete 1789 in den vorhandenen handwerklichen Produktionsräumen im Erdgeschoss des Hauses eine Tuch-, Weißwaren- und Seidenhandlung ein. Wenige Jahre später wird am 17. September 1793 dessen erster Sohn geboren: Carl Friedrich Wilhelm Knoblauch. Wie der acht Jahre später geborene Bruder – der Architekt und Schinkel-Schüler Eduard Knoblauch (1801-1865) – erblickte Carl Friedrich Wilhelm im elterlichen Wohnhaus das Licht der Welt. Früh stand fest, dass er die Geschäfte seines Vaters übernehmen wird. Mit der Heirat seiner Cousine, Emilie Henriette Keibel (1798-1821), im Jahr 1818 trat er das väterliche Erbe an. Gleichzeitig übernahm er das Seidenunternehmen seines Schwiegervaters und vereinte beide Firmen. Knoblauchs Frau Emilie Henriette verstarb bereits drei Jahre nach der Hochzeit. Sie gebar zwei Kinder, Marie und Hermann.

Neben seinem Unternehmertum war Carl Friedrich Wilhelm Knoblauch geheimer Finanzrat, Stadtrat und Stadtältester von Berlin. 1824 wurde er zum Schatzmeister des von Wilhelm von Humboldt gegründeten „Vereins der Kunstfreunde im Preußischen Staat“ berufen. Er war Mitbegründer und Kuratoriumsmitglied der Städtischen Gewerbeschule und trat 1848 als Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung auf.

Die Inschrift der Grabstätte des kunstsinnigen und kommunal sehr engagierten Unternehmers zeugt von seinen reichen Schaffens- und Interessenbereichen:

„Treu seinem Könige und der Verfassung des Landes hat er als Vertreter des selben als Mitglied der Verwaltung der Staatsschulden und des Magistrats seiner Vaterstadt als vieljähriger Vorsteher des Bürger-Rettungs-Instituts für Kirche und Schule für Kunst-Gewerbe und Handel mit den ihm von Gott verliehenen reichen Gaben unermüdlich auf das Seegensvollste gewirkt.“

Knoblauchs Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof der St.-Nikolai- und St.-Marien-Gemeinde an der Prenzlauer Allee. Eine etwa zweieinhalb Meter hohe

Marmorstele in Form einer neugotischen Fiale weißt auf die Stelle seiner Beisetzung. Die gotische Grabarchitektur mit Spitzbogen, Sechspass-Rose und Krabben befindet sich in einem schlechten Zustand. Die ursprüngliche weiße Farbe des Schlesischen Marmors ist aufgrund von dunkeln Schmutzkrusten und biogenem Bewuchs nicht mehr erkennbar. Die Zierelemente sind zum großen Teil rückgewittert bzw. weggebrochen.

Die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe ruft zu Spenden für die dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahmen am Grabmal Knoblauch auf.

Spendenkonto:
KVA Mitte-Nord / Stiftung Kirchhöfe
Berliner Bank
BIC: DEUT DE DB 110
IBAN: DE91 1007 0848 0512 7006 01
Verwendungszweck: Knoblauch

Weitere Informationen zum Knoblauchhaus finden Sie unter: www.stadtmuseum.de/knoblauchhaus und www.knoblauchhaus.de.

Quellen:

Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Unter jedem Grabstein eine Weltgeschichte. Berliner Grabmale retten. Berlin 2010, S. 144. // www.knoblauchhaus.de // www.stadtmuseum.de/knoblauchhaus

Text und Fotos: Juliane Bluhm

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
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