BRIGITTE MIRA

* 20. April 1910 in Hamburg; † 8. März 2005 in Berlin

Zum diesjährigen 10. Todestag der Schauspielerin und Sängerin

Die in Hamburg geborene und im Rheinland aufgewachsene Brigitte Mira gilt als Berlinerin par excellence. Von ihrem Vater, einem aus Russland eingewanderten jüdischen Pianisten, erbte sie ihr musisches Talent. Bei ihm lernte sie Klavierspielen, später nahm sie Ballett- und Gesangsunterricht und debütierte mit 19 Jahren als Sängerin in der Rolle der Esmeralda in Smetanas „Die verkaufte Braut“ in Köln. Ihr erstes festes Engagement trat Mira 1930 in Bremerhaven an. Zukünftig war sie in unterschiedlichsten Genres auf den Bühnen von Kiel bis Graz zu sehen. Als Balletteuse, Soubrette, Kabarettistin und Sängerin präsentierte sie ihr facettenreiches Talent in Operetten, Singspielen, Komödien, Revuen und Märchen. 1941 ging sie nach Berlin und arbeitete am Theater am Schiffbauerdamm. Auch nach dem Krieg spielte sie auf den hiesigen Bühnen. In den 50er Jahren folgten Rollen in Schlagerfilmen und Musikkomödien.
1972 lernte Brigitte Mira am Bochumer Schauspielhaus den Regisseur Rainer Werner Fassbinder kennen. Mit der Hauptrolle der Emmi in Fassbinders sozialkritischem Film „Angst essen Seele auf“ wendete sich Miras Karriere maßgeblich. International gefeiert, erhielt sie für diese Rolle 1974 in Cannes das Filmband in Gold. Unter Fassbinder drehte sie außerdem 1980 „Berlin Alexanderplatz“ und „Lili Marleen“. Jahrzehntelangen Publikumserfolg hatte sie ab 1978 als Oma Färber in der Fernsehserie „Drei Damen vom Grill“, die bis 1991 produziert wurde.
Nach langjährigen und hauptsächlichen Rollen in Serien und Unterhaltungsshows, kehrte die Wahlberlinerin in den letzen Jahren auch wieder zur Bühne zurück. Bis zuletzt spielte Mira alljährlich im Herbst in den „Jedermann“-Aufführungen im Berliner Dom mit. Ende 2004 erlitt die erfolgreiche Schauspielerin einen Schwächeanfall, von dem sie sich nicht mehr wirklich erholen konnte. Nach längerem Klinikaufenthalt verstarb Brigitte Mira am 8. März 2005 im Alter von 94 Jahren. Sie wurde auf dem Luisenfriedhof III am Fürstenbrunner Weg in Berlin-Charlottenburg beigesetzt.

Brigitte Mira

Als eine der beliebtesten Volksschauspielerinnen bereicherte Brigitte Mira das deutschsprachige Theater und die deutsche Kino- und Fernsehwelt. Mira zählte – neben Harald Juhnke, Günther Pfitzmann oder Edith Hancke – zu den großen Schauspielrinnen des Berliner Boulevards. Mehr als fünf Jahrzehnte war ihr Leben und ihr Wirken mit der Stadt Berlin verbunden, in der sie vor zehn Jahren ihre letzte Ruhe fand. Gemeinsam mit ihrer Mutter Elisabeth Stramm, ihrem letzten Ehemann Frank Guarente und ihrem im Herbst 2014 verstorbenen Sohn Robert Tabatt ruht Brigitte Mira in dem Familiengrab, das einen schlichten Granitstein trägt und in der Liste der Ehrengräber des Landes Berlin verzeichnet ist.

Quellen: Lubowski, Bernd: Brigitte Mira. Von ganzen Herzen Erinnerungen. München 2002. // Struckmeyer, Bernhard (Hrsg.): „Auf einmal war ich berühmt…“ Große Schauspieler erinnern sich an ihre Erfolge. München 2004, S. 134-143. // Struckmeyer, Bernhard (Hrsg.): „Kinder wie die Zeit vergeht…“ Große Schauspieler erinnern sich an ihre Kindheit. München 2003, S. 105-110. //

Text: Juliane Bluhm
Foto: Thomas Höhne

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