ABRAHAM ERNST MENDELSSOHN BARTHOLDY

Anlässlich der Veröffentlichung der Friedhofs-App „Wo sie ruhen – berühmte Grabstätten auf historischen Friedhöfen in Deutschland“ im November 2014, nutzen wir diesen Monat, um die neue App anhand einer ausgewählten Persönlichkeit vorzustellen.

Die Friedhofs-App (www.wo-sie-ruhen.de) ist ein Leitsystem über 37 national bedeutsame historische Friedhöfe und bietet mittels Audio,- Bild- und Textinformationen geführte Rundgänge über die Friedhöfe an.

Die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg ist Projektträgerin der Friedhofs-App. Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Abraham Ernst Mendelssohn Bartholdy – unsere Persönlichkeit für den Monat November – liegt auf dem Friedhof Dreifaltigkeit I am Halleschen Tor in Berlin und wird in der App wie folgt dargestellt: wo-sie-ruhen.de – Grabanlagen – 07. Abraham Ernst Mendelssohn Bartholdy.

* 11. Dezember 1776 in Berlin; † 19. November 1835 in Berlin

Zum diesjährigen 179. Todestag des Bankiers

Abraham Ernst Mendelssohn Bartholdy, der zweitälteste Sohn des Philosophen Moses Mendelssohn, war 10 Jahre alt, als sein berühmter Vater starb. Wie auch schon sein sechs Jahre älterer Bruder Joseph, wandte er sich einer kaufmännischen Tätigkeit zu. Er hatte bis 1804 in Paris das Bankgeschäft erlernt und war dort Buchhalter bei der Bankfirma Fould. Seine Schwester Henriette lebte ebenfalls in Paris. Durch sie hatte er seine spätere Ehefrau Lea Salomon kennengelernt.

Nachdem sein Bruder Joseph Mendelssohn schon 1795 in der Spandauer Straße ein Wechsel-Bankgeschäft gegründet hatte, trat Abraham 1804 als Teilhaber in die Bank ein und heiratete noch im gleichen Jahr Lea Salomon. Das junge Paar lebte zuerst in Hamburg, wo er die Filiale des Bankhauses „Gebrüder Mendelssohn und Co.“ leitete und die Kinder Fanny, Felix und Rebecka geboren wurden. 1811 flüchtete man jedoch vor der französischen Besatzung nach Berlin, wo man zunächst in die Markgrafenstraße, ab 1825 in die Leipziger Straße 3 zog.

Nachdem Abraham und Lea Mendelssohn bereits 1816 ihre Kinder hatten taufen lassen, traten 1822 auch sie zum evangelischen Glauben über. Die Familie führte in der Folge den Doppelnamen Mendelssohn Bartholdy. Abraham fügte seinem Namen zusätzlich den Vornamen Ernst hinzu. Als nach den Befreiungskriegen das „Bankhaus J. & A. Mendelssohn“ die Abwicklung der französischen Kriegsentschädigungszahlungen übernommen hatte, hielten sich die Brüder Joseph und Abraham wiederholt in Paris auf, um dieses wichtige Finanzgeschäft vor Ort abzuwickeln. Abraham schied 1821 aus dem gemeinsamen Bankhaus aus, gleichwohl er noch lange Zeit mit Pariser und Londoner Bankiers verkehren sollte.

Ab 1825 widmete er sich vorrangig seinen Liebhabereien und der Kommunalpolitik. Zeitgenössische Meinungen über den patriarchalisch seine Familie regierenden Ehemann und Vater sind widersprüchlich. In der Familie galt er als schwierig, was wohl nicht zuletzt darin begründet lag, dass er Sohn des berühmten Moses Mendelssohn und Vater des nicht minder prominenten Felix Mendelssohn Bartholdy war.

abraham ernst mendelsohn

In der Familiengrabstätte ist auch seine Frau Lea, Enkelin des berühmten Münzmeisters Friedrich II., bestattet. Beide Grabsteine sind aus Muschelkalk gearbeitet. Die Stirnseiten der Grabsteine sind jeweils mit Schriftbild versehen und die Grabstätte ist noch immer vollständig mit einem traditionellen „Eselsrücken-Gitter“ aus gegossenem Eisen umfriedet. Aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin konnte 2013 die Grabstätte saniert werden.

Text: Klaus-Henning von Krosigk

Fotos: Juliane Bluhm

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