Gedenktag des Monats
Lorenz Adlon

Gastronom und Hotelier
* 29.5.1849
† 7.4.1921

Alter Domfriedhof St. Hedwig 1, Berlin (Nr. 4)

Lorenz Adlon ist der Gründervater des vielleicht bekanntesten Berliner Hotels, dessen Name für Luxus, höchsten Komfort und internationalen Glanz steht.

Adlon wuchs als sechstes von neun Kindern in kleinen Verhältnissen in Mainz auf. Er lernte zuerst das Tischlerhandwerk, begann sich aber schon früh für die Gastronomie zu interessieren. Bevor er in den 1880er Jahren nach Berlin kam, hatte er bereits erste Erfolge mit diversen gastronomischen … weiterlesen...

James Turrell – Luther’s Light 2015

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LICHT

Licht ist eine elementare Lebenskraft. Deshalb besitzt es für fast alle Religionen und Weltanschauungen eine hohe symbolische Bedeutung. Licht ist ein Bild für alles Gute: das Leben selbst, die Liebe, die Hoffnung, den Glauben.

James Turrell ist ein Künstler, den man nicht vorschnell auf eine weltanschauliche oder religiöse Lebensposition festlegen kann. Als Licht-Künstler verfolgt er auch naturwissenschaftliche Interessen und autonome ästhetische Ideen. Manchmal hat man den Eindruck, er arbeite mit dem Licht wie ein Bildhauer mit Ton, Stein oder Holz. Und doch lösen seine Licht-Installationen unweigerlich auch religiöse Assoziationen aus.

Dies ist besonders hier der Fall. Diese Kapelle ist ein kirchlicher Raum. Sie liegt mitten auf einem christlichen Friedhof. Man kann diese Turrell-Installation nicht betrachten, ohne die christliche Bedeutung des Lichts mitzubedenken. Das ist durchaus in Turrells Sinne. Denn bei der architektonischen Neugestaltung der Kapelle war es auch ihm wichtig, dass sie weiterhin als christlicher Sakralbau erkennbar ist: durch das Kreuz über dem Eingang und durch das Kreuz an der Vorderseite des Altars.
Das Kreuz gilt heute als das Hauptsymbol des Christentums, was man auch an regelmäßig aufflammenden symbolpolitischen Streitigkeiten sehen kann. Aber das Kreuz ist nicht das einzige und nicht das älteste Symbol des christlichen Glaubens. Mindestens so bedeutsam ist das Licht. Hierzu gibt sich vielfältige Aussagen im Neuen Testament. Die wichtigste findet sich im Johannesevangelium. Hier sagt Jesus Christus von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Wer an Jesus Christus glaubt, hat innerlich Zugang gefunden zum Leben und zur Liebe Gottes. Selbst das Böse und der Tod können ihm diese Verbindung nicht mehr rauben.

Das aber bedeutet für die Gläubigen, dass sie ein neues Leben beginnen. Die Taufe markiert diesen Neuanfang. Deshalb wurde sie in der Tradition mit Lichtmotiven verbunden. Wer an Jesus Christus glaubt und auf seinen Namen getauft wird, wird nun selbst – wie der Brief an die Epheser sagt – ein Licht-Träger: „Früher wart ihr Finsternis, nun aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.“ (Epheser 5,8) Im Licht zu leben, hat auch eine wichtige ethische Bedeutung: Ein Christ soll nichts tun, was das Tageslicht scheuen würde und wofür er sich schämen müsste. Selbst ein Lichtstrahl Gottes zu sein, hat zudem eine überraschende ästhetische Seite: Für den Autor des Epheserbriefs ist der klarste Beweis dafür, dass Menschen wirklich im Namen Jesu Christi zusammengekommen sind, dass sie schöne Musik machen, dass sie „einander in Psalmen und Hymnen ermuntern, geistliche Lieder singen und dem Herrn fröhlich aufspielen“. (Epheser 5,19) So geschieht es übrigens immer noch, wenn in dieser Kapelle Trauergottesdienste gefeiert werden.

Das Leben im Licht umfasst die ganze Existenz eines Christen. Ganz besonders wird dies aber an der Grenze zum Tod zum Thema. Deshalb ist es so passend, dass Turrells Installation ausgerechnet in einer Friedhofskapelle eingerichtet wurde: Jesus Christus ist das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben.

Johann Hinrich Claussen (Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland)

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
Vorsitzender des Vorstandes: Peter Storck
Ev. Kirchenforum Stadtmitte | Klosterstr. 66 | 10179 Berlin-Mitte
Ev. KKV Berlin Mitte-Nord/Stiftung Kirchhoefe - IBAN: DE90 5206 0410 6603 9955 50