Gedenktag des Monats
Carl Spitzweg

Maler
* 5.2.1808
† 23.9.1885

Carl Spitzweg zählt bis heute zu den bekanntesten und beliebtesten Malern des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Als Sohn eines vermögenden Material- und Spezereiwarenhändlers wurde er zunächst zum Apotheker ausgebildet und wandte sich erst seit etwa 1835 der Malerei zu. Da er sich als zu alt für eine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste empfand, erfolgte sein Studium in erster Linie autodidaktisch, unter anderem durch das Studieren und Kopieren Alter Meister sowie durch die Hilfestellung … weiterlesen...

Luthers Light 2015

LICHT

Licht ist eine elementare Lebenskraft. Deshalb besitzt es für fast alle Religionen und Weltanschauungen eine hohe symbolische Bedeutung. Licht ist ein Bild für alles Gute: das Leben selbst, die Liebe, die Hoffnung, den Glauben.

James Turrell ist ein Künstler, den man nicht vorschnell auf eine weltanschauliche oder religiöse Lebensposition festlegen kann. Als Licht-Künstler verfolgt er auch naturwissenschaftliche Interessen und autonome ästhetische Ideen. Manchmal hat man den Eindruck, er arbeite mit dem Licht wie ein Bildhauer mit Ton, Stein oder Holz. Und doch lösen seine Licht-Installationen unweigerlich auch religiöse Assoziationen aus.

Dies ist besonders hier der Fall. Diese Kapelle ist ein kirchlicher Raum. Sie liegt mitten auf einem christlichen Friedhof. Man kann diese Turrell-Installation nicht betrachten, ohne die christliche Bedeutung des Lichts mitzubedenken. Das ist durchaus in Turrells Sinne. Denn bei der architektonischen Neugestaltung der Kapelle war es auch ihm wichtig, dass sie weiterhin als christlicher Sakralbau erkennbar ist: durch das Kreuz über dem Eingang und durch das Kreuz an der Vorderseite des Altars.
Das Kreuz gilt heute als das Hauptsymbol des Christentums, was man auch an regelmäßig aufflammenden symbolpolitischen Streitigkeiten sehen kann. Aber das Kreuz ist nicht das einzige und nicht das älteste Symbol des christlichen Glaubens. Mindestens so bedeutsam ist das Licht. Hierzu gibt sich vielfältige Aussagen im Neuen Testament. Die wichtigste findet sich im Johannesevangelium. Hier sagt Jesus Christus von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Wer an Jesus Christus glaubt, hat innerlich Zugang gefunden zum Leben und zur Liebe Gottes. Selbst das Böse und der Tod können ihm diese Verbindung nicht mehr rauben.

Das aber bedeutet für die Gläubigen, dass sie ein neues Leben beginnen. Die Taufe markiert diesen Neuanfang. Deshalb wurde sie in der Tradition mit Lichtmotiven verbunden. Wer an Jesus Christus glaubt und auf seinen Namen getauft wird, wird nun selbst – wie der Brief an die Epheser sagt – ein Licht-Träger: „Früher wart ihr Finsternis, nun aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.“ (Epheser 5,8) Im Licht zu leben, hat auch eine wichtige ethische Bedeutung: Ein Christ soll nichts tun, was das Tageslicht scheuen würde und wofür er sich schämen müsste. Selbst ein Lichtstrahl Gottes zu sein, hat zudem eine überraschende ästhetische Seite: Für den Autor des Epheserbriefs ist der klarste Beweis dafür, dass Menschen wirklich im Namen Jesu Christi zusammengekommen sind, dass sie schöne Musik machen, dass sie „einander in Psalmen und Hymnen ermuntern, geistliche Lieder singen und dem Herrn fröhlich aufspielen“. (Epheser 5,19) So geschieht es übrigens immer noch, wenn in dieser Kapelle Trauergottesdienste gefeiert werden.

Das Leben im Licht umfasst die ganze Existenz eines Christen. Ganz besonders wird dies aber an der Grenze zum Tod zum Thema. Deshalb ist es so passend, dass Turrells Installation ausgerechnet in einer Friedhofskapelle eingerichtet wurde: Jesus Christus ist das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben.

Johann Hinrich Claussen (Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland)


Die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe lädt ein zum
Tag des Offenen Denkmals am 8. September 2018 ab 19.15 Uhr
auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin Mitte, Chausseestr. 126
Näheres ist dem Veranstaltungsheft zum Denkmaltag in Berlin zu entnehmen.


Permanente Präsentation der Lichtkunst mit Einführungsvortrag

Einführungen auf Deutsch: Samstags und montags
Einführungen auf Englisch: Freitags und sonntags
Dauer: 1 Stunde, davon 30 Min. Einführungsvortrag
Tickets: 10€ (ermäßigt 5€), Abholung an der Kapellenkasse 15 min. vor Veranstaltungsbeginn (nur Barzahlung).
Wir empfehlen die Reservierung der Tickets unter www.evfbs.de/tickets
Ort: Dorotheenstädtischer Friedhof I., Chausseestraße 126, Berlin-Mitte
Ermäßigungen (nach Vorlage einer aktuellen Bescheinigung): Arbeitslose, Grundwehr- und Zivildienstleistende, SchülerInnen, Schwerbehinderte, Studierende

September: FR 7.9., 7:15 pm | SO 9.9., 7:00 pm | MO 10.9., 19.00 Uhr | FR 14.9., 6:45 pm | SA 15.9., 18.45 Uhr | SO 16.9., 6:45 pm | MO 17.9., 18.45 Uhr | FR 21.9., 6:30 pm | SA 22.9., 18.30 Uhr | SO 23.9., 6:30 pm | MO 24.9., 18.30 Uhr | FR 28.9., 6:15 pm | SA 29.9., 18.15 Uhr | SO 30.9., 6:15 pm

Die wechselnden Anfangszeiten der Lichtkunstpräsentation sind auf die Sonnenuntergänge abgestimmt.

Anfragen für Gruppenreservierungen und private Kapellen- oder Friedhofsführungen:
tickets@evfbs.de


Offene Kapelle zur Andacht
Präsentation der Lichtkunst ohne Einführungsvortrag
Dauer: 1 Stunde
Anmeldung nicht erforderlich
Eintritt frei – wir freuen uns über Spenden

Im Juli und August finden aufgrund der späten Sonnenuntergänge keine Offene-Kapelle-Termine statt.

September: SA 15.9., 19.45 Uhr | SA 22.9., 19.30 Uhr | SA 29.9., 19.15 Uhr


Sondertermine, Gruppenreservierungen, Friedhofsführungen auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Chinesisch
Gruppentarif: 100 € (1 bis 10 Personen), jede weitere Person 10 € (ermäßigt 5 €)
Nur mit Anmeldung! Buchungsanfragen: tickets@evfbs.de

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
Vorsitzender des Vorstandes: Peter Storck
Geschäftsstelle Ev. Kirchenforum Stadtmitte | Klosterstr. 66 | 10179 Berlin-Mitte
Berliner Bank | BLZ 100 200 00 | Konto Nr. 31 01 957 907