Jahresbericht der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg

Zur Versammlung der Stifter am 7.11.2012

Die Stiftung setzte auch im Jahr 2012 die Akquise von Fördergeldern, Spenden und anderen finanziellen Mitteln zur Vorbereitung und Durchführung von Restaurierungsprojekten in Absprache mit dem Vorstand fort.
Damit verbunden ist die Haushaltsführung und Mittelverwaltung nach geltenden kirchlichen und staatlichen Bestimmungen.
Die Öffentlichkeitsarbeit einschl. Kontaktpflege zum Bundesverband Deutscher Stiftungen und Berliner Stiftungsnetzwerk konnte mit unseren Mitarbeiterinnen intensiviert werden.
Durch den Beitritt des Ev. Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte hat sich die Zahl der Friedhöfe, die sich durch einen überwiegend hohen kunsthistorischen Denkmalwert auszeichnen, auf mehr als 60 erhöht.
Der Fachbeirat berät den Vorstand auch weiterhin nach Bedarf.
Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz zum 01.01.2012 zum Ev. Friedhofsverband, Südstern 8-10 verlegt. Durch die Nutzung eines gemeinsamen Büros wird die Zusammenarbeit zwischen Verband als Eigentümer der Friedhöfe und der Stiftung im Bereich der denkmalgerechten Restaurierungsmaßnahmen außerordentlich vereinfacht. Den Arbeitsplatz in diesem Büro teilen sich die ehrenamtliche Geschäftsführerin, Projektmitarbeiterin und die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit an 4 Tagen in der Woche. Die Pflege der Internetseite wird wie bisher von einer weiteren ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterin von Zuhause aus durchgeführt.
Führungen werden von Einzelkräften unter kunstgeschichtlichen, biografischen und christlichen Aspekten durchgeführt. Zur Finanzierung der Honorare werden bei den Führungen Spenden erbeten.

Besondere Restaurierungsprojekte 2012
Fortgesetzt werden konnten die in 2011 begonnenen Restaurierungsarbeiten auf Dorotheenstadt I mit BKM-, LDA- und Verbandsmitteln. Ein 4. Bauabschnitt ist inzwischen mit einer Summe von 148.000,00 Euro genehmigt worden.

Die Zusage der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin in Höhe von 667.000,00 Euro für denselben Friedhof ist um einen zusätzlichen Antrag für die Innengestaltung der Kapelle durch den international bedeutendsten Lichtkünstler James Turell erweitert worden. Das Gesamtprojekt wird sich auf 1.332.000,00 Euro belaufen. Die Finanzierung wird gesichert durch einen weiteren Betrag des Friedhofsverbandes und einen privaten Sponsor, der auch das Honorar für James Turell übernimmt. Leider hat der Stiftungsrat der Stiftung Klassenlotterie Berlin in seiner September-Sitzung den Antrag auf Zweckerweiterung und Erhöhung der Zuwendung um 200.000,00 Euro abgelehnt. Nach mit den Beteiligten geführten Gesprächen wurde der Antrag umgewandelt als Antrag auf Zweckerweiterung. Die dadurch entstehende Finanzlücke wird durch Einwerben von Drittmitteln ausgeglichen, um das Projekt doch noch durchführen zu können. Sollte es bei einer Ablehnung bleiben, muss auf die bereits geprüfte BPU zurückgegangen werden. Für die künstlerische Innengestaltung der Kapelle wäre dann eine Ausschreibung in die Wege zu leiten.

Für das zweite Lottoprojekt „Errichtung einer Mendelssohn-Gedenkstätte auf den Friedhöfen am Halleschen Tor“ haben die Planungsarbeiten begonnen. Die BPU befindet sich noch zur Prüfung in der zuständigen Senatsverwaltung, deshalb liegt ein verbindlicher Zuwendungsbescheid der Lottostiftung noch nicht vor.
Durch den Schauspieler Hans Jürgen Schatz konnte ein weiteres Restaurierungsprojekt mit Hilfe des Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse aus Hamburg angeschoben werden. Der Kostenaufwand wird 53.200,00 Euro betragen. Es sind die Grabanlagen Wolff/DF II, von Menzel/DF II, Döring/ JNIII, von Stephan/DF I und Neander/JNI. Hieran beteiligen sich neben dem Bund der Friedhofsverband, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg für die Ehrengräber und die Stiftung. Die Geldmittel kommen aus einem Sonderprogramm der Denkmalpflege und werden über das LDA abgewickelt.

Für das Mausoleum „Busch“ (Zirkus)/Dorotheenstadt II konnten wir mit Hilfe zweier Stiftungen in Frankfurt am Main , die bei der Commerzbank angesiedelt sind, die weitere Restaurierung wieder anstoßen. 9.000,00 Euro wurden uns von dort bereits überwiesen. Einen weiteren Antrag hat die Stiftung bei der DSD gestellt. Eine Antwort liegt von dort jedoch bisher nicht vor.

Aus der Aktion „Unter jedem Grabstein eine Weltgeschichte – Berliner Grabmale retten“ haben sich etliche Patenschaften für Restaurierungsarbeiten und/oder mit eigener späterer Nutzung zur Beisetzung ergeben. Die Aktion wird fortgesetzt. Ende des Jahres 2012 fertigt die Stiftung eine Zusammenstellung über den Spendeneingang und der bis dahin durchgeführten Arbeiten einschl. der Kosten.

Besondere Projekte „Öffentlichkeitsarbeit“
In weiterer Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt vertreibt die Stiftung die Werbekataloge für die o. beschriebene Maßnahme „Unter jedem Grabstein eine Weltgeschichte“ zur Gewinnung von Sponsoren, Paten und Spendern.
Weitergeführt wird auch die regelmäßige Veröffentlichung einer zu würdigenden, verstorbenen Person und ihres Grabmals auf der Internetseite der Stiftung unter der Rubrik „Gedenktag des Monats“.
An der Herstellung des Bildbandes „Der Welt abhanden gekommen“ Südwestkirchhof Stahnsdorf von Siegmar Brüggenthies war die Stiftung als Kooperationspartnerin beteiligt.
Am „Tag des Offenen Denkmals“ und „Tag des Friedhofs“ hat sich die Stiftung mit einem Infor-mationsstand beteiligt, und am Denkmaltag zu einem Kammerkonzert in die Kapelle Friedrichs-werder eingeladen.
Am 5. Berliner Stiftungstag in den Räumen des Berliner Rathauses im November 2012 wird sich die Stiftung ebenfalls mit einem Informationsstand beteiligen.
Die Abendschau von rbb erstellte am 5.11. einen Filmbeitrag über die Arbeit der Stiftung. Der Dreh fand auf Dorotheenstadt I statt mit Architektin Bruch, den Steinrestauratoren Bluhm und Richter sowie der Geschäftsführerin. Für den Berliner Stiftungstag wird in der nächsten Woche jeweils in der Berliner Abendschau eine Stiftung vorgestellt.
Für den Tagesspiegel wurde die Geschäftsführerin als Ehrenamtliche interviewt, der Fototermin fand am 6.11.2011 statt. Der Artikel erscheint in einer Donnerstagausgabe unter der Rubrik Ehren-amtliche“.

Das neue Faltblatt der Stiftung ist bereits vergriffen, eine Neuauflage ist in Auftrag gegeben.
Fortgeführt werden auch Veranstaltung wie Lesungen, Konzerte in Zusammenarbeit mit dem Ev. Friedhofsverband und dem Verein „AG Friedhofsmuseum“. Ansprechpartner ist hier unser Mitglied im Fachbeirat, Martin Ernerth.

Abschließend wird darauf aufmerksam machen, dass auf dem Kirchhof Friedrichswerder ein Friedhofscafé in den Nebenräumen der Kapelle durch Familie Martin und Olga Strauss noch in diesem Jahr eröffnet wird. Dieses Café kann genutzt werden für Zusammenkünfte nach Trauerfeiern, Kulturveranstaltungen und Friedhofsbesucher während der Friedhofsöffnungszeiten.

Berlin, den 07.11.2012

Gertrud Dailidow-Gock
Geschäftsführerin

 

siehe → Projekte

Unser Archiv

Die Archivalien der Stiftung werden vorbereitet zur Übernahme in das Landeskirchliche Archiv in Berlin. Einsichtnahme in die archivierten Unterlagen und Forschungsarbeit ist im Landeskirchlichen Archiv möglich.

Bitte kontaktieren Sie unsere Geschäftsstelle.

siehe → Projekte

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
Vorsitzender des Vorstandes: Peter Storck
Geschäftsstelle Ev. Kirchenforum Stadtmitte | Klosterstr. 66 | 10179 Berlin-Mitte
Berliner Bank | BLZ 100 200 00 | Konto Nr. 31 01 957 907