ag friedhofsmuseum: Pressemitteilung / Veranstaltungshinweis

ZWISCHENWELTEN – Wunderkammern der Sichtbaren und Unsichtbaren

Bilder, Drucke, Collage, Hörspiel, Rauminstallationen von
Birte Haaken, Yung- Shan Tsou, Timo Moors, Susann Pönisch und Julienne Jattiot

Einladung zur Vernissage am 28. Juli 2016, 19:00 Uhr

Alter Friedhof St. Marien – St. Nikolai, im ehemaligen Verwalterhaus
Prenzlauer Allee 1, Ecke Mollstraße in 10405 Berlin – Prenzlauer Berg

ZWISCHENWELTEN – Wunderkammern der Sichtbaren und Unsichtbaren

Das alte Verwalterhaus des Alten Friedhofs St. Marien – St. Nikolai steht scheinbar schweigend an der lauten und belebten städtischen Ecke hinter einer dicken Backsteinmauer. Passanten laufen täglich zu Hunderten an der Friedhofsmauer entlang, aber niemand scheint das Gebäude zu bemerken.
Wagt man sich hinein und schaut durch die alten Fenster auf die moderne Kreuzung, hat man das Gefühl in der Vergangenheit zu stehen und die Zukunft zu erblicken. Geht man schließlich von Raum zu Raum, fühlt man sich beobachtet, beginnt plötzlich zu schleichen und ahnt, dass man hier nicht der Einzige ist.
Mit jeder sich öffnenden Tür tun sich kleine Welten auf, die eigenartig konserviert erscheinen. Manchmal ist ein Raum noch warm, als sei er gerade eben verlassen worden. Andere Räume scheinen seit Jahrzehnten ohne Bewohner gewesen zu sein.

Die fünf KünstlerInnen beseelen das ehem. Verwalterhaus: mit ihren Werken werden Geschichten von den unsichtbaren, abwesenden, verschwundenen, bemerkenswerten Einwohnern erzählt und Zwischenwelten geöffnet.
Ausstellungszeitraum und Öffnungszeiten 29. Juni 2016 bis 18. August 2016

Mittwoch und Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Finissage: 18. August 2016 um 19:00 Uhr

Veranstalter:
ag friedhofsmuseum berlin e.V.
mit Unterstützung des Evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte

Eintritt frei – um Spenden wird gebeten;
ÖPVN: Mollstraße /Ecke Prenzlauer Allee; Bus 142, Bus 200, Tram M2, Tram M 8

Weitere Infos:
www.friedhofsmuseum.de
www.kulturkapellen.de
Facebook: www.facebook.com/Kulturkapellen

siehe → Presse

Ehrengrab Heinrich Barth

Am 25. November 2015, genau 150 Jahre nach dem Tod des Afrika-Forschers Heinrich Barth, wird dessen Grabmal auf dem Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde am Mehringdamm  in erneuerter Gestalt wieder zugänglich sein.

Als Ehrengrab der Stadt Berlin wurde es 1865 errichtet. Die Neugestaltung – angeregt und finanziert von der in Köln ansässigen Heinrich-Barth-Gesellschaft –  wird mit einer kleinen Feier  auf dem Friedhof begangen (am 25. um 15.00 Uhr).

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Wer aber war dieser Heinrich Barth, der  (1821 geboren in Hamburg) in seinen letzten beiden Lebensjahren an der Universität in Berlin lehrte? In der Reihe der vielen in kolonialem Auftrag Afrika Bereisenden, die im wesentlichen Landnahme und Ausbeutung vorbereiteten, war Heinrich Barth als Reisender und Berichterstatter eine Ausnahmeerscheinung. Für ihn war Afrika zuerst ein in seiner Geschichte und Kultur zu ergründender Kontinent. Er vertiefte sich in dessen Länder, Sprachen, Religionen, Traditionen wie niemand vor ihm und wenige nach ihm. Daher ist der Name Heinrich Barth in Timbuktu, Agadez oder Kano bekannt und verehrt.
Gerade angesichts der aktuellen Probleme und der daraus resultierenden Flüchtlingsbewegungen von Afrika nach Europa verdient das Werk Heinrich Barths und  sein Umgang mit den Menschen, denen er auf Augenhöhe begegnete, mehr als nur Erinnerung, sondern Wiederentdeckung als Beitrag zum interkulturellen Verständnis. Möchte die erneuerte Grabstätte Friedhofbesuchern ein Anstoß dazu sein.

Eine Internetseite der Heinrich-Barth-Gesellschaft steht ebenso zur Verfügung (www.heinrich-barth-gesellschaft.de) wie ein wissenschaftlicher Beitrag in Wikipedia.

siehe → Presse

Pressemitteilung zum Projekt „Scheitern“

eine künstlerische Intervention im Haus Eichner auf dem Alten Friedhof St. Marien – St. Nikolai

Vernissage: am 10.09.2015 um 18:00 Uhr

Alter Friedhof St. Marien – St. Nikolai, Prenzlauer Allee 1, 10405 Berlin
im ehemaligen Verwalterhaus

Ausgangspunkt des Projektes ist der Bilderzyklus Scheitern des Malers Marius Heckmann, entstanden in den Jahren 2003 bis 2015. Dieser Zyklus bezieht sich in wesentlichen Teilen auf die Verfilmung des Romans Moby Dick von Herman Melville.

Für den Künstler sind Roman und Verfilmung eine Art Blaupause für menschliches Scheitern, verkörpert in Ahab, dem Kapitän eines Walfangschiffes, einer Figur, die ihre Begrenztheit offen sichtbar in Form eines Holzbeines tragen muss. Eine Grenze gleichsam als Warnung, ihm zugefügt im Kampf mit einem mythischen weißen Wal. Ahabs obsessiver Wunsch nach Rache scheitert, er wird in die Tiefe, in den Tod gerissen.
Zuletzt, noch einmal an der Oberfläche, gefesselt an den Wal , scheint er zu winken und seine Mannschaft folgt ihm nach.

Entgrenzung als Motor für menschliches Handelns ist für Heckmann nur vor dem Hintergrund der Angst vor dem eigenen Tod zu begreifen.

Ergänzend verweist die ebenfalls gezeigte Bildsequenz Oh du süßer Vogel Jugend gleichsam in Chiffren auf eigene, höchst subjektive Erfahrungen mit dem Thema Tod.

Ursprünglich war geplant, auch den Friedhof selbst durch Arbeiten der anderen genannten Künstler mit einzubeziehen, was leider vorerst nicht möglich ist. Die Projektskizzen und Teilergebnisse werden aber in dem begleitend erscheinenden Katalog aufgeführt bzw. soweit möglich in das Haus integriert.

Beteiligt sind die Künstler Marius Heckmann, Alfred Graf, Steffen Kasperavicius und die Künstlerin Isabel Czerwenka-Wenkstetten.

Geöffnet:
Dienstag bis Freitag jeweils 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Samstag und Sonntag 13:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Anbindung: Mollstr./Ecke Prenzlauer Allee; Bus 142, Bus 200, Tram M2, Tram M 8

Weitere Infos:
www.friedhofsmuseum.de
www.kulturkapellen.de
Facebook: www.facebook.com/Kulturkapellen

siehe → Presse

Indienstnahme der Kapelle auf dem Friedhof Dorotheenstadt I

„Herr Gott du bist unsere Zuflucht“ Mit diesem Bibelwort über dem Eingang lädt nach zwei-jähriger Bauzeit die Kapelle auf dem Friedhof Dorotheenstadt I, Chausseestraße 126 in Berlin Mitte wieder zum Abschiednehmen, zum Innehalten und auch zu kulturellen Veranstaltungen ein.

Am 8. Juli dieses Jahres übergab Bischof Dr. Markus Dröge in einem Festgottesdienst unter Gebet und Segen die Kapelle an den Ev. Friedhofsverband. Seine Predigt steht hier als PDF zum Download bereit.
Die Kapelle entstand nach dem künstlerischen Entwurf von James Turrell in Zusammenarbeit mit den Architekten Nedelykov Moreira.

Turrell versteht sein künstlerischen Konzept als überfließende Lichtquelle. In der christ-lichen Tradition Westeuropas wird Gott als Ursprung aller Dinge, als Licht gesehen. Die von Turrell gestalteten Räume sind von Licht und Farbigkeit erfüllt. Dies konnten die Teilnehmer der Festveranstaltung bereits am späteren Abend, nach Sonnenuntergang, selbst erfahren. Für die Tageszeiten gibt es weitere verschiedene Programme der Lichtinstallation.

Slideshow

Die Sanierung und Ausgestaltung der Kapelle und Teile der Außenanlagen wurde von der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin Brandenburg als Bauherr und Projektträger betreut in enger Zusammenarbeit mit dem Ev. Friedhofsverband Stadtmitte, dem Eigentümer des Friedhofs. Die Stiftung ist für denkmalgeschützte Friedhöfe, deren Träger Mitglied der Stiftung sind, Verhandlungspartner gegenüber öffentlichen Geldgebern und anderen Institutionen.

Finanziert wurde dieses Projekt durch die Lottostiftung Berlin, das Landesdenkmalamt, den Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst München e.V. und den Ev. Friedhofsverband Berlin Stadtmitte.
Künstlerisch beraten wurden Stiftung und Friedhofsverband von dem Kunstbeauftragten der Landeskirche.
Nach Schlussabnahme der Baumaßnahme geht die endgültige Verantwortung für die Kapelle an den Ev. Friedhofsverband über. Die Kosten für dieses Projekt betragen rd.
1,5 Mio Euro.

Kunstführungen zur Besichtigung der illuminierten Kapelle finden in der Regel freitags, sonnabends, montags ca. 30 Min. vor Sonnenuntergang statt.
Eine Anmeldung ist erforderlich. info@evfbs.de, T. 030-612 02 712. Teilnehmerbeitrag 10 €/5 € ermäßigt.

Dailidow-Gock, Geschäftsführerin der Stiftung

siehe → Aktuelles, Presse

FUNERARY Kunstausstellung mit Werken von Claudia Hart und Armin Völckers

Kulturkapellen Juni 2015: Pressemitteilung / Veranstaltungshinweis

Vernissage: 5. Juni 2015 um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: 06. Juni 2015 bis 13. Juni 2015, tägl. von 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Alter Friedhof St. Marien – St. Nikolai, Prenzlauer Allee 1, 10405 Berlin
im ehemaligen, jetzt leerstehenden Verwalterhaus, dem sog. Haus Eichner

Nicht mal der Tod ist noch sein „eigener“ Gegenstand, vielmehr wird er in permanenter Rotation herumgereicht und buchstäblich bis zur Geschmacklosigkeit verdünnt.

Er wird virtuell verunmöglicht, durch die dauernde Wiederbelebung der Toten als Videos, Online-Artikel, Wikipedia-Einträge, Gedenk-Facebook-Seiten oder sogar vom Toten hergestellte Handelsware, wie etwa im Fall von Steve Jobs – denn sein „Geist“ schwebt immer noch über der Tastatur.

Claudia Hart war als Opfer eines Verbrechens einmal klinisch tot, und verarbeitet dieses Erlebnis männlicher Gewalt und eigener physischer Ohnmacht in ihrer Kunst auf diversen Ebenen. Sie gilt als eine der ersten Computerkünstlerinnen im feministischen Kunstdiskurs. Ihre Werke sind u.a. vertreten im Museum of Modern Art, N.Y.; The Metropolitan Museum, N.Y.; The San Diego Museum of Contemporary Art; Neue Nationalgalerie Berlin; Museum Sammlung Goetz München.

Armin Völckers begann als Maler; eine seiner ersten Ausstellungen war eine Kooperation mit der Rockgruppe „The Sisters Of Mercy“. Später arbeitete er als Drehbuchautor und Produzent u.a. für „Pettersson und Findus“. Mit der Komödie „Leroy“ 2008 gewann er den deutschen Filmpreis in zwei Kategorien; Armin Völckers ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.
Claudia Hart wird Prints und Videostills ihrer 3 D-Montagen zeigen; auch die Arbeiten von Armin Völckers werden hauptsächlich Prints sein und wie Plakate an der Wand befestigt.

Damit wird auf den provisorischen „Zwischen“-Zustand der Räumlichkeiten reagiert und die Distanz aufgehoben, das museale „Nicht-anfassen-dürfen“ und die hehre Aura, die Kunst heute immer noch umgibt, und die den Reflexionsprozess oft erschwert und selten erleichtert. Eine, angesichts des Themas „Tod und Vergänglichkeit“, bewusst aufgehobene Beschränkung.

Weitere Infos:
www.friedhofsmuseum.de
www.kulturkapellen.de
Facebook: www.facebook.com/Kulturkapellen

siehe → Presse

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg
Vorsitzender des Vorstandes: Peter Storck
Geschäftsstelle Ev. Kirchenforum Stadtmitte | Klosterstr. 66 | 10179 Berlin-Mitte
Berliner Bank | BLZ 100 200 00 | Konto Nr. 31 01 957 907